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Gebirge im Iran: Orte der Freiheit

Am 16. September starb Zhina Masha Amini drei Tage nach der Verhaftung durch die iranische Sittenpolizei im Krankenhaus – höchstwahrscheinlich an den Folgen von Polizeigewalt. Ihr Tod löste heftige Proteste aus: Überall im Land kämpfen Iraner*innen gegen das Regime. kohero-Autorin Sorour erinnert sich an ihr Leben im Iran zurück.

Proteste nach dem Tod von Zhina Amini im Iran
Fotograf*in: Artin Bakhan on Unsplash

Im September 22 wurde im Iran eine junge Frau von der Sittenpolizei ermordet, weil sie ihr Kopftuch nicht ordentlich trug. Sie trug den Namen Mahsa Amini, aber richtig hieß sie Zhina. Im September 22 saß ich in Hamburg zu Hause und dachte über diese ganzen 5,5 Jahre nach, die ich in Deutschland damit verbrachte, in Warteräumen der verschiedenen Ämter, Flüchtlingsunterkünfte, Deutschkurse und Ausländerbehörden, um mein Bleiberecht zu kämpfen.

Ich heiße Sorour Keramatboroujeni und in mir wohnt eine 21-jährige Angst. Sie baute auf meinem Herzen ein Spinnennetz. Jedes Mal, wenn ich für die Verlängerung meines Aufenthaltes im Amt bin, wird das Netz eng und wieder locker. Ich kenne dieses Gefühl ganz genau. Jedes Mal, wenn ich auf einer iranischen Straße lief und dieses Gefühl bekam, wusste ich wie jede andere Iranerin, dass ich schnell einen Umweg finden soll. Somit fand mich die Sittenpolizei nie. Ich hatte Glück.

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Petra Urban ist aktiv in der Flüchtlingshilfe. In dem folgenden Beitrag erklärt sie, wie Teilhabe und Integration gelingen können….
Kategorie & Format
Autorengruppe
Sorour-Keramat
Sorour war 16 als sie in Deutschland ankam. Die ersten zwei Jahre in Deutschland wohnte sie in mehreren Flüchtlingsunterkünften. Dort beobachtete sie das Unglück anderer Flüchtlinge, die aus verschiedenen Ecken dieser Welt in Deutschland Schutz suchten. Dass die anderen Menschen genau wie sie unter Heimatlosigkeit leiden und jeden Tag ein Stück von ihrer Identität verlieren, versetzte sie in tiefe Melancholie. Sie sah, wie schamlos Deutschland und andere europäischen Länder die Asylsuchenden abschieben und durch Europa treiben. Alle Herausforderungen, die die Geflüchteten in Deutschland und auf der Flucht haben, tragen dazu bei, dass sie heute Literatur als eine Form des Ausdrucks nutzt, um über das ganze Elend zu berichten.
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