Yegna, die Spice Girls von Äthiopien

 Äthiopien gehört mit 103 Millionen Einwohnern zu einem der ärmsten Länder weltweit. Gleichberechtigung gibt es zwar auf dem Papier, aber grundlegende Dinge wie Schulzugang für Mädchen, Arbeitsplätze für Frauen sowie der Kampf gegen häusliche Gewalt sind dort große Themen. Ein Fünftel der äthiopischen Mädchen heiratet vor dem 15. Geburtstag, Kinderehen sind üblich.

Fotograf: girl effect

„Yegna“ ist Äthiopiens erste Girl-Band, die auf diese Defizite aufmerksam macht. Fünf junge Frauen haben sich zu dieser Band zusammengeschlossen. Die Themen der Songs: Kinderehe, sexuelle Belästigung, Gewalt, Bildung und Migration.
Ihr Ziel: Mädchen dazu motivieren, „zu überdenken, was es heißt, heutzutage ein Mädchen in Äthiopien zu sein“. Aber „Yegna“ will nicht nur die weibliche Bevölkerung ansprechen.
„Der Name der Band bedeutet auf amharisch, der äthiopischen Amtssprache, „unser“ und soll Männer und Jungen gleichermaßen ansprechen – „wir wollen, dass sie an das Potenzial von Mädchen glauben, genauso wie Mädchen daran glauben sollten.“

Yegna – mehr als nur Singen

Yegna-Mitglied Zebiba Grima mag es gar nicht, dass ihre Band als Spice Girls von Äthiopien bezeichnet wird. „Als ich das erste Mal diese Phrase gehört habe, machte mich das wirklich traurig. Nicht weil ich die Spice Girls nicht mag, sondern weil das, was wir machen, so viel mehr ist als Singen – ich sehe mich als Botschafterin oder Lehrerin“, sagt sie in einem Interview mit einer österreichischen Zeitung. Inspiriert sei sie durch das Wissen, „ein Teil von etwas zu sein, das die Sicht der Gesellschaft auf Mädchen verändert“.
In einem ihrer Texte singen sie: „Women are sisters, women are mothers, women are wives. Let’s respect them. Tell that guy to respect girls and we will respect him.“

Yegna singen ihre Texte auf Amharisch. Der Bezug zur Tradition und der Sprache ist sehr wichtig für den Erfolg der Band. Laut einer 2017 durchgeführten Studie von Girl Effect ( NGO, die Yegna u.a. finanziell betreut) habe Yegna bereits rund neun Millionen Menschen mit ihrer Botschaft erreicht. Zwei von drei der befragten Mädchen in den Regionen Addis und Amhara, wo die Band eine eigene Radiosendung hat, seien durch Yegna selbstbewusster geworden. Neben der eigenen Radiostation werden die Songs über Youtube  und facebook  verbreitet. Durch ihre Fans erhalten die fünf Mädchen von Yegna viel Zuspruch und Bestätigung.

Nach dem Motto „Yes we can“ sind sie Vorbild für viele äthiopische Mädchen und Frauen und werden vielleicht ja auch etwas bewirken können?!

Andere Kulturen und Menschen haben Angelika schon immer interessiert. Sie ist viel gereist und hat im Ausland gelebt. Als Rechtsanwältin ist sie auf Asyl- und Ausländerrecht spezialisiert. 2017 hat sie das Flüchtling-Magazin mit gegründet und ist seitdem für die Finanzierung und alle rechtlichen Aspekte zuständig. Bei kohero beantwortet sie die rechtlichen Fragen aus unserer Community. „kohero ist ein großartiges Medium für Geflüchtete und für Deutsche, um sich besser kennen zu lernen und die jeweils andere Kultur zu verstehen.“
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