Nie aufgeben für eine bessere Zukunft

Heute im Portrait stellen wir euch Hakim aus Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, vor. Er verfolgt beruflich und sportlich sehr ehrgeizige Ziele und hat vor an der Bodybuilder-Meisterschaft in Berlin teilzunehmen. 

Leben in Afghanistan

Ich habe in Kabul Business Administration studiert und danach bei verschiedenen Firmen gearbeitet. Außerdem war ich auch vier Jahre lang als Fitness Trainer an einem Sportverein tätig. Ich mache gerne Bodybuilding. Ich habe mal an einem Wettbewerb in Kabul teilgenommen und gewonnen. Aber leider hat dieser Sieg für mich schlimme Folgen gehabt, denn ich habe mir damit viele Feinde gemacht. Meine Familie wurde bedroht. Mein Bruder wurde angeschossen. Zu zweit flohen wir nach Europa.

Ein Teil unserer Familie lebt schon seit 10 Jahren in London und den Niederlanden. Nur meine Mutter und noch eine ältere Schwester – sie hat schon ihre eigene Familie – blieben in Afghanistan.

Warum bist Du aus Deinem Land geflüchtet?
In Deutschland angekommen hatte ich so viel Stress, dass ich krank wurde. Plötzlich konnte ich eine meiner Gesichtshälften nicht mehr bewegen. Der Arzt sagte, ich habe ein Schlaganfall erlitten. Drei Monate war ich in Behandlung im Krankenhaus.

Ich höre manchmal solche Fragen: Warum bist du aus deinem Land geflüchtet? Du hattest doch einen Job, Möglichkeiten zum Leben. Als wäre ich aus Langeweile hierher gekommen. Die politische Lage in Afghanistan verschlechtert sich immer weiter. Ich möchte hier eine Chance haben, mich weiterzuentwickeln. Eine Karriere als Sportler zu machen, meine Freundin heiraten und glücklich werden. In Deutschland gibt es eine Demokratie, eine Gleichberechtigung für Mann und Frau. Das schätze ich sehr. Sowie Pünktlichkeit und Sauberkeit.

Ich würde gerne an der Bodybuilder-Meisterschaft in Berlin teilnehmen
Ich habe viele Pläne für meine Zukunft. Ich würde sehr gerne an der Bodybuilder-Meisterschaft in Berlin teilnehmen. Mein Bruder Salim unterstützt mich da, auch finanziell. Ein Problem ist, dass ich nach all der psychischen Belastung sehr viel abgenommen habe. Dazu kommt, dass wir immer noch in der Erstaufnahmeunterkunft wohnen, wo man nicht kochen darf. Daher suchen wir eine Bleibe für uns beide, was nicht einfach ist. In drei Monaten wurden wir nur einmal zu einer Besichtigung eingeladen und haben eine Absage bekommen.

Ab dem 1. August startet meine duale Ausbildung an einer Berufsschule. Das heißt, eine Woche lang arbeite ich, dann habe ich eine Woche Schule. Ich habe eine Stelle bei einer Budni-Filiale gefunden. Ehrlich gesagt, sie haben sich über mein fließendes Deutsch sehr gewundert. Ich habe die Sprache nach einer B1 Prüfung selbständig weiter gelernt. Ich habe in Bibliotheken gelesen und viele lustige Filme von Extra 3 angeschaut. Also, so ist mein Plan für meine Berufskarriere: Ich möchte zwei Jahre als Verkäufer arbeiten, dann als Fachkaufmann und später als Abteilungsleiter. Ich gebe nie auf.

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Geflüchtete Integration
Genia ist freie Künstlerin und für Bilder und Illustrationen bei kohero verantwortlich. "Ich liebe meine [...]

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