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Weiße Rentierflechte: Herrin des Feuers

Unerfüllte Liebe und pragmatische Eheschließung, Tradition und Moderne sind Themen im „Weiße Rentierflechte“ der nenzischen Autorin Anna Nerkagi. Eine Rezension.

Fotograf*in: Marcus Löfvenberg auf unsplash

Anna Nerkagi, Autorin des Romans „Weiße Rentierflechte“, gehört dem sibirischen Volk der Nenzen an, das auch heute noch größtenteils in der arktischen Tundra nomadisch von Rentierzucht lebt. Dieser kleine Roman ist ein Juwel unter den Schriften der Minderheiten-Autoren. Er verbindet gekonnt Einsichten in das traditionelle Leben dieses Volkes mit den Einbrüchen der Moderne, Naturverbundenheit und schamanistisches Denken. Für mich ist neben den alten Männern Petko, Wanu und Chawassa und dem jungen Aljoschka das Feuer das zentrale Element.

Die Frauen, bis auf Petkos verstorbene Ehefrau und seine Tochter Ilne, die irgendwo weit fort in einer Ortschaft lebt, bleiben namenlos. Wie Aljoschkas Mutter und seine ihm frisch angetraute Ehefrau, die Frauen der beiden anderen Alten und die stumme Tochter Chawassas. Die Frau ist in der nenzischen Welt Dienerin des Mannes, aber auch die Hüterin des Feuers. Sie ist dem Mann untertan, sein Wort ist Gesetz, ihr Platz ist auf den Bodenbrettern, sie näht und flickt die Felle, sie bereitet den Tee und das Fleisch im Kessel zu, aber: Sie ist die Hüterin und Bewahrerin der heiligen Flamme.

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