Sprechende Bilder: Frieden, Ruhe und Kunst

Die in Hamburg lebende ukrainische Künstlerin Olga Barashykova setzt sich in ihrer Arbeit mit Themen wie Frieden und Normalität auseinander – und damit, was es bedeutet, wenn das eigene Leben durch Krieg und Zerstörung aus den Angeln gehoben wird.

Stellen Sie sich vor: Sie trinken morgens Kaffee, machen Frühstück für Kinder, schauen aus dem Fenster und sehen einen russischen Panzer, der durch Ihr Blumenbeet mit Rosen durchfährt. Er hält, bewaffnete Männer kommen aus ihm raus und sagen, dass sie ab jetzt hier leben werden. Wenn Sie fragen, ob Sie mit den Kindern aus der Stadt wegfahren dürfen, sagen sie „nein“ und erschießen Sie… bestenfalls.

In meiner Arbeit wollte ich zeigen, wie Frieden und Ruhe zu relativen Begriffen geworden sind. Wir sind es gewohnt, unser Leben zu leben: unsere Familie zu lieben, uns um die Familienmitgliedern zu kümmern, zur Arbeit zu gehen, Kinder zu erziehen… Wir glauben, dass unser Leben eine Norm ist. Aber irgendwo in der Nähe wohnt ein verrückter Psychopath, der eigene Pläne hat. Einen solchen Psychopathen kennt jetzt die ganze Welt.

Er hat die Kontrolle über Atomwaffen, greift in die Territorien und die Unabhängigkeit anderer Staaten ein. Er verstößt gegen alle Normen des Völkerrechts und verletzt die allgemeinmenschlichen Werte. Er verdient viel Geld durch Erpressung und Raub. Solange so ein Unmensch sich in seinen Taten gut und frei fühlt, ohne dafür verantwortlich zu sein, sind wir alle – wo auch immer wir sind – in seinem Visier. Seine Waffe kann jederzeit auf jeden gerichtet werden. Es ist unmöglich, den Vereinbarungen mit ihm, die er unterzeichnet, zu glauben, und es ist sinnlos zu verhandeln. Niemand darf ruhig bleiben, weil die ganze Welt im Visier ist. Und wer ist der nächste – eine Frage der Zeit und der Stimmung des Psychopaths.

 

 

„Meine Gegenwart 20_06_2022, “ 2022, 50Х50 cm, Leinwand, Acryl.

Die Arbeit entstand im Rahmen des deutsch-ukrainischen Projekts “ ЗМІСТ> ФОРМА (Inhalt-Form-red.). ALL THIS JUSTIFIES THINKING OF…„…. Die Ausstellung fand ab 23.06.2022 bis 26.06.2022 im MOM Art Space (Hamburg) statt. 

Weitere Arbeiten von Olga sind auf ihrem Instagram-Account @olga_barashykova_art zu sehen.

 

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Schreibtandems entstanden.

Olga studierte Architektur in Kyiv (Ukraine), leitete ihr eigene Werbeagentur in Kyiv und war unter anderem als Journalistin tätig. Im März 2022 flüchtete sie mit ihren 17-jährigem Sohn nach Deutschland und beschäftigt sich hier mit den Schicksalen des Menschen sowohl als Künstlerin als auch als Journalistin. „Mich inspirieren die Geschichten von Ukrainer*innen (in Deutschland), die als Motivation in den schwierigen Zeiten, als Hoffnung und Wegweiser dienen. Bei kohero schreibe ich über die Unterschiede zwischen deutsch-ukrainischen Mentalitäten.“

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Olga studierte Architektur in Kyiv (Ukraine), leitete ihr eigene Werbeagentur in Kyiv und war unter anderem als Journalistin tätig. Im März 2022 flüchtete sie mit ihren 17-jährigem Sohn nach Deutschland und beschäftigt sich hier mit den Schicksalen des Menschen sowohl als Künstlerin als auch als Journalistin. „Mich inspirieren die Geschichten von Ukrainer*innen (in Deutschland), die als Motivation in den schwierigen Zeiten, als Hoffnung und Wegweiser dienen. Bei kohero schreibe ich über die Unterschiede zwischen deutsch-ukrainischen Mentalitäten.“

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