Neues Land, neue Feste

Tooba kommt aus Pakistan und lebt inzwischen in Hamburg. In ihrer neuen Heimat feiert sie Feste, die sie bisher nicht kannte. Zum ersten Mal erlebt Tooba Weihnachten und teilt hier ihre Eindrücke und Gedanken.

Fotograf: privat

Ich bin vor etwa 4 Jahren aus einem islamischen Land nach Europa gekommen, wo die Bevölkerung der Muslim*innen 96,47% ist. Die Zahl der Anhänger*innen des Christentums beträgt nur 1,27%. Aus diesem Grund hatte ich nicht die Gelegenheit, viel über das Weihnachtsfest zu erfahren, während ich in Pakistan lebte. Nachdem ich hierherkam, konnte ich Weihnachten und viele andere Feste sehen, die für mich sehr einzigartig waren. Nun, ihr kennt dieses Feste besser als ich, aber heute werde ich euch von meinen Erfahrungen erzählen.

Wie ihr wisst, ist gerade Weihnachten!

Jede Straße, jeder Weg, jedes Geschäft ist geschmückt, sogar Kinderwagen leuchten, als ob die Lichter vom Himmel herabfallen würden. Ich habe einige meiner deutschen Freund*innen und einige alte Menschen auf dem Weg gefragt, wie sie Weihnachten feiern. Sie hatten alle unterschiedliche schöne Vorstellungen für Weihnachten z.B Geschenke öffnen, den Spaß zu sehen, was alle anderen zum Weihnachten geschenkt bekommen haben. Weihnachtsessen, geniale Fernsehfilme und Serien. Den ganzen Nachmittag Schokolade essen und genießen. Scharade, Karten, Monopoly mit der Familie spielen usw. Und das Überraschendste und Interessanteste für mich war die Tradition, einen Tannen- oder Weihnachtsbaum zu pflanzen und zu Hause dekoriert hinzustellen.

Der Weihnachtsbaum ist keine christliche Erfindung. Aber die ersten Christ*innen nahmen den Brauch in ihre christliche Symbolik auf. Denn wie anderes Immergrün stehen Tanne und Fichte für ewiges Leben, Ausdauer und Überleben. Es steht auch als Symbol für die verheißende Geburt Jesus Christus. Das Licht am Tannenbaum zeigt das helle Licht, was vom Himmel auf die Erde kommt. Das Schmücken des Baumes steht für die Geschenke der Heiligen Drei Könige an das neugeborene Kind Jesus. Dies alles zeigt das Ende der Fastenzeit. Der Tannenbaum ist also ein
Symbol der Freude, Zuversicht, des Friedens und der Verheißung, dass es jemand gibt, der seine Hand über uns hält. Es gibt viele Geschichten, die sich im Laufe der Zeit um das Tannengrün und seine Symbolik entwickelten. Für Christ*innen ist also das Tannengrün und das Licht, Kerzen, von großer Bedeutung.

Meine geliebte Stadt Hamburg ist geschmückt wie eine Braut!

Es gibt Essensstände an jeder größeren Straßenecke und die Schaukeln für Kinder sehen aus wie Feen, die sie vom Himmel geholt haben. Der Rauch und das Aroma von Essen von allen Seiten, Weihnachtsbäume, die von oben bis unten geschmückt sind, bieten einen sehr schönen Anblick.

Wenn Weihnachten naht, sind die Gesichter der Menschen voller Freude und Aufregung. Wenige Tage nach Weihnachten beginnt auch das neue Jahr, das die ganze Welt mit Aufregung, Freude und viel Lärm feiert. Und mit dem schönen Beginn des neuen Jahres werden all die Schwierigkeiten, Sorgen, Freuden und Sorgen des vergangenen Jahres zur Erinnerung. Meiner Meinung nach dienen Feste, Eids (Zuckerfest) dazu, Menschen zusammenzuhalten und dass jede Religion zu jedem Fest dazu gehört. Es ist egal, ob wir es feiern oder nicht, wir sollten es genauso respektieren, wie seine Anbeter*innen es mit Ehrfurcht und Respekt feiern.

Abschließend möchte ich euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Ich bete, dass das kommende Jahr uns Glück und Frieden bringt.

 

 

Auch Hussam und Olga haben Beiträge zur diesjährigen Weihnachtszeit geschrieben. Frohe Weihnachten und allen eine friedliche Zeit!

Ich gehöre einer muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde an. Ich bin in Pakistan geboren und aufgewachsen. Derzeit studiere ich Deutsch auf dem Niveau B-2, spiele Basketball und unterrichte auch kleine Kinder als Basketballtrainerin. Ich bin Mutter und Autorin. Und als solche möchte ich meine Stimme für meine Rechte und die meiner Religion erheben. Als ich aufwuchs, bemerkte ich, dass wir Ahmadi-Muslime als völlig anders angesehen werden als andere Muslime, während unser Gott, der Islam, das Gebet, sogar die Religion gleich sind. 

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Ich gehöre einer muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde an. Ich bin in Pakistan geboren und aufgewachsen. Derzeit studiere ich Deutsch auf dem Niveau B-2, spiele Basketball und unterrichte auch kleine Kinder als Basketballtrainerin. Ich bin Mutter und Autorin. Und als solche möchte ich meine Stimme für meine Rechte und die meiner Religion erheben. Als ich aufwuchs, bemerkte ich, dass wir Ahmadi-Muslime als völlig anders angesehen werden als andere Muslime, während unser Gott, der Islam, das Gebet, sogar die Religion gleich sind. 

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