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Die Angst im hier zu sterben

Flucht ist die Suche nach einem sicheren Ort. Aber wenn man ihn gefunden hat, bleiben Gedanken und Erinnerungen oft in der Heimat zurück. Unser Chefredakteur,  Hussam, schreibt über das Gefühl der Einsamkeit im Exil, der Suche nach Zugehörigkeit und der Angst davor hier zu sterben.

Die Angst im hier zu sterben

Eine Winternacht

In einer Winternacht im Jahr 2018 hat meine Verlobte mich nach einem gemeinsam verbrachten Tag allein gelassen, um mit ihrer Familie Essen zu gehen. Damals habe ich noch mit meinem Bruder zusammen gelebt und auch er war an diesem Abend nicht zu Hause. In diesen Stunden habe ich mich einsam gefühlt und ich fürchte mich vor der Einsamkeit.

Ich habe meine Facebook-App geöffnet, weil mir langweilig war und las einen Post über einen syrischen Mann, der hier im Exil gestorben ist. Das hat mir unheimlich Angst eingejagt. Ich verstand damals nicht warum sein Tod mir eine solche Angst machte, schließlich war ich noch jung. Es stimmt, dass wenn meine Eltern, die in Syrien leben, sterben sollten, ich sie nicht sehen kann, aber auch sie sind gesund.  

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Hussam studierte in Damaskus Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen. Parallel dazu arbeitete er als schreibender Journalist. Seit 2015 lebt er in Deutschland. Er ist Gründer und Chefredakteur von kohero. „Das Magazin nicht nur mein Traum ist, sondern es macht mich aus. Wir sind eine Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen.“
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