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Dabei sein ist noch nicht alles – das Refugee Olympic Team als Symbol der Hoffnung

Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 2020, die allerdings erst jetzt stattfinden, tritt zum zweiten Mal eine Mannschaft aus Geflüchteten an. Ihre Ambition: sich und die eigene Geschichte der ganzen Welt präsentieren – und dabei am besten viele Medaillen gewinnen.

Der erste Satz, den man mit den Olympischen Spielen in Verbindung bringt, ist wohl „Dabei sein ist alles!“. Doch in einem Wettkampf, bei dem Athlet*innen unter ihren Landesflaggen antreten, übergeht man die Menschen, die viel Potenzial haben, aber nicht mehr in ihrem Heimatland leben können. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gibt nun zum zweiten Mal geflüchteten Spitzensportler*innen die Chance, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.

29 Athlet*innen treten bei den aktuellen Spielen in Tokyo unter der Olympischen Flagge für das IOC Refugee Olympic Team (kurz: EOR, Equipe Olympique des Réfugiés) an. Sie leben und trainieren in 13 verschiedenen Ländern und stammen aus elf unterschiedlichen Herkunftsländern. „Dies wird ein Symbol der Hoffnung für alle Geflüchtete in der Welt sein und der Welt das Ausmaß dieser Krise besser bewusst machen. Es ist auch ein Signal an die internationale Gemeinschaft, dass Geflüchtete unsere Mitmenschen sind und eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellen“, so IOC-Präsident Thomas Bach.

Bereits 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, trat ein Team aus geflüchteten Sportler*innen an. Nach den großen Fluchtbewegungen im Jahr 2015 sollten die zehn Athlet*innen des EOR zeigen, dass alle olympischen Sportler*innen, ob geflüchtete oder nicht, die gleichen Träume und Ambitionen haben. Dass Sport Zusammenhalt schafft. Die Entscheidung, auch für die Spiele in Tokyo ein Team aus geflüchteten Menschen zusammenzustellen, fiel im Oktober 2018.

Sport kann die Welt zu einem besseren Ort machen

Zu dem Refugee Olympic Team gehört beispielsweise Schwimmerin Yusra Mardini, die die Olympische Flagge beim Einzug in das Stadion tragen durfte. Die 23-Jährige trat schon bei den letzten Olympischen Spielen an. Sie ist 2015 aus Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, geflüchtet und hat dabei eine sehr bewegende Fluchtgeschichte erlebt. Über diese hat sie ein Buch geschrieben, dass nun verfilmt wird. Insgesamt treten die 29 Sportler*innen in zwölf Disziplinen an. Darunter sind beispielsweise Leichtathletik, Badminton und verschiedene Kampfsportarten. Alle Athlet*innen des IOC Refugee Olympic Teams mit der zugehörigen Sportart und ihrer Herkunft findet ihr hier.

Das IOC unterstützt geflüchtete Sportler*innen nicht nur durch die Aufstellung des EOR: Seit über 25 Jahren arbeiten das IOC und die UNHCR dafür zusammen. Dabei geht es immer um den Gedanken, dass Sport die Macht hat, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Nach dem Erfolg bei den Olympischen Spielen 2016 wurde außerdem das Olympic-Solidarity-Programm gegründet. Hierdurch sollen die Nationalen Olympischen Komitees bei der Förderung geflüchteter Athlet*innen unterstützt werden – auch finanziell. Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo wurden 56 Stipendien im Gesamtwert von 2 Millionen US-Dollar vergeben. Die 29 ins EOS berufenen Sportler*innen wurden zuallererst aufgrund ihrer Leistung ausgewählt. Doch um eine Diversität aller geflüchteten Menschen zu repräsentieren, war auch der offizielle, durch die UNHCR bestätigte Flucht-Status wichtig.

Es geht um faire Chancen für alle

Ein Jahr nach der Gründung von Olympic Solidarity wurde 2017 die Olympic Refuge Foundation ins Leben gerufen. Sie ist auf eine langfristige Begleitung und Förderung ausgerichtet. An 365 Tagen im Jahr und in bisher zwölf Ländern wurden Programme entwickelt, die junge geflüchtete Menschen unterstützen und ermutigen sollen. Auch das Konzept der umfassenden Unterstützung der Olympic Refuge Foundation zeigt, dass es nicht darum geht, nach außen solidarisch und inklusiv zu wirken. Es geht um wirklich faire Chancen. Für alle, die den olympischen Traum wahr werden lassen wollen.

Viel Erfolg allen Athlet*innen!

 

Mehr zu den Themen Sport und Migration, bzw. Flucht, gibt es übrigens noch dieses Jahr in der nächsten Printausgabe zu lesen. Seid gespannt!

 

Quelle: IOC

Natalia ist in den Bereichen Modejournalismus und Medienkommunikation ausgebildet und studiert derzeit Kommunikation und Management. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. „Ich arbeite bei kohero, weil ich es wichtig finde, dass die Geschichten von Geflüchteten erzählt werden – für mehr Toleranz und ein Miteinander auf Augenhöhe.“  
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Natalia ist in den Bereichen Modejournalismus und Medienkommunikation ausgebildet und studiert derzeit Kommunikation und Management. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. „Ich arbeite bei kohero, weil ich es wichtig finde, dass die Geschichten von Geflüchteten erzählt werden – für mehr Toleranz und ein Miteinander auf Augenhöhe.“  

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