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Sprungbrett into work: Ein Projekt für zugewanderte Frauen

Hop-on hop off für geflüchtete und zugewanderte Frauen. Ein Interview mit dem Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. Bertram Brossardt über das Projekt sprungbrett into work.

Lest hier in einem Interview über das Projekt sprungbrett into work für geflüchtete und zugewanderte Frauen.
Fotograf: privat

Erzählen Sie uns mehr über das Projekt, das Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt unterstützt. Wie kann man sich für das Projekt anmelden?

Es ist ein Berufseinstiegsprojekt, das sich speziell an geflüchtete und zugewanderte Frauen richtet. Letzten Sommer haben wir es erstmalig durchgeführt. Zwölf Frauen haben sich beteiligt und innerhalb von zwei Wochen drei Münchner Unternehmen kennengelernt. Im Rahmen des Projektes sind Betriebsbesuche für je zwei Tage geplant. Diese Praktikumstage werden durch ein pädagogisches Rahmenprogramm ergänzt, zu dem ein Auftaktworkshop, Reflexionseinheiten und eine Abschlussveranstaltung gehören.

Hier bekommen die Frauen dann auch ihr Zertifikat. Sprachpraxis öffnet die Türen zur gesellschaftlichen Integration, darum wird während der gesamten Projektdauer Deutsch gesprochen. Durch den Wechsel von Theorie- und Praxiseinheiten wird den Frauen die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert. Ziel ist es in erster Linie, einen Kontakt herzustellen, der so kaum oder gar nicht zustande kommen würde. Von dem Projekt profitieren Firmen und Frauen gleichermaßen. Die Bewerbung zur Projektteilnahme läuft über ein Anmeldeformular. Das Angebot ist für die Teilnehmerinnen natürlich kostenlos.

Wie machen Sie auf das Projekt aufmerksam?

Ehrenamtliche Helferkreise, Jobcenter und das Amt für Wohnen und Migration der Stadt München haben die Teilnehmerinnen angerufen und sie persönlich auf das Projekt hingewiesen.  Zusätzliche Informationen stellen wir auf der Projekthomepage zur Verfügung.

In welchen Bereichen des Arbeitsmarktes ist es verfügbar?

Der Schwerpunkt lag bei diesem Pilotprojekt auf den Branchen Einzelhandel und Gastronomie. Beteiligt waren bekannte Münchner Unternehmen wie EDEKA – Peter Simmel GmbH, Pflanzen-Kölle Gartencenter GmbH & Co. KG und Starbucks (Am Rest Coffee Deutschland Sp. z o.o. & Co. KG).

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Geflüchtete und zugewanderte Frauen tun sich schwer am deutschen Arbeitsmarkt. Ganz besonders, wenn sie bereits Kinder haben. Sie sprechen die Sprache kaum, sind oft mit der Kinderbetreuung allein gelassen und in vielen Fällen fehlt die Berufserfahrung. Hier setzt das Projekt an: Wir wollen die Frauen dabei unterstützen, sich beruflich zu orientieren und so ihren Weg in die Gesellschaft zu finden. Erfolgreiche Integration geht nun mal am schnellsten über den Arbeitsmarkt, denn Arbeit ist die Grundlage für den Aufbau einer Existenz.

Warum ist das Projekt nur für Frauen?

Gerade geflüchtete und zugewanderte Frauen sind eine Gruppe, die nur schwer Zugang zu Schul- und Berufsbildung findet. Außerdem nehmen sie oft später als Männer an Integrationsmaßnahen und Sprachkursen teil. Hier herrscht also Nachholbedarf. Diesen haben wir erkennt und das Projekt speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten, zum Beispiel, indem wir direkt auf die Frauen zugehen und sie so zur Teilnahme motivieren.

Wie viele Personen haben bisher die Chance auf einen Praktikumsplatz erhalten und wie viele sind derzeit registriert oder warten auf den nächsten Praktikumsplatz?

Das Format bieten wir seit 2018 an. Bisher haben wir 155 Teilnehmerinnen gewinnen können. In diesem Jahr haben bisher insgesamt 12 Frauen teilgenommen, es wird aber noch einen weiteren Durchlauf mit 20 Teilnehmer*innen geben. Der Erfolg legt eine Fortführung der Reihe nahe.

Gibt es Kooperationspartner und wenn ja, um wen handelt es sich?

Ja, wir arbeiten für unsere Praktikumsbörse „sprungbrett into work“ momentan mit über 700 Unternehmen zusammen. Geflüchteten und zugewanderten Menschen stehen auf der Online-Plattform derzeit knapp 4.400 Praktikumsplätze aus verschiedensten Branchen offen. Die Vermittlung von Praktika gehört zu den zentralen Bausteinen des Projekts. Für „sprungbrett into work – hop on hop off!“ abreiten wir inzwischen mit insgesamt 33 Unternehmen zusammen, zum Beispiel aus den Bereichen Metall und Elektro, Hotellerie, Pflege und auch Landschaftsgartenbau.

Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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