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Selbstachtung stärken statt demütigen. Eine Vision

In einer pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft wird mit Recht die Forderung erhoben: Es müssten alle Kulturen mit ihren Traditionen und Lebensarten gleichwertig und mit gleicher Aufmerksamkeit behandelt und gewürdigt werden. Erst dann könne statt von Assimilation und Ausgrenzung von Integration und Teilhabe gesprochen werden. Diese Auffassung vertreten viele, die die Weltoffenheit und Diversität per se gut heißen. Und sie scheint in einer Demokratie so einleuchtend, dass sie gar nicht thematisiert zu werden bräuchte. Nun stellt sich die Frage, mit der sich der nachfolgende Beitrag beschäftigt: Darf es überhaupt in einer pluralistischen Gesellschaft eine dominante Kultur geben? Wenn ja, was wäre zu unternehmen, dass alle Menschen, egal welcher Kultur sie sich zugehörig fühlen oder zuordnen, in ihren Grundrechten nicht verletzt werden und teilhaben können?

Foto: Jared Rice on Unsplash

Zunächst sei an die Debatte erinnert, bei der seit geraumer Zeit kontrovers gestritten wird. Braucht man in Deutschland eine „Leitkultur“, um das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen gewährleisten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt herstellen zu können?
Viele Vertreter*innnen des links-liberalen Paradigmas wettern vehement dagegen und verweisen alsbald auf das Grundgesetz. Dieses stelle nämlich die Grundlage unseres Zusammenlebens und eine Richtschnur unseres Handelns dar und reiche völlig aus. Dieser Position vermag ich nichts entgegenzustellen, da ich das Grundgesetz in seiner Wirkmächtigkeit für heilig, in seiner normativen Sprache für vollkommen erachte.

Andererseits nehmen Konservative gerne für sich in Anspruch, das bewahren zu wollen, was schon immer gilt. Diese Haltung wiederum scheint mir, wiewohl ich sie nicht teilen möchte, gleichsam plausibel. Denn ich finde vieles, was heute in Deutschland faktisch gegeben ist, durchaus bewahrenswert. Nun geht es hierbei nicht darum, diese unterschiedlichen Positionen miteinander zu vergleichen oder gar zu kommentieren. Vielmehr soll diese umstrittene Frage, ob ein pluralistisches Gesellschaftsmodell die Existenz einer dominanten Kultur zulässt, zum Thema gemacht werden.

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Ich bin 29 Jahre alt, studierte Social Work in Syrien, lebe seit Ende 2015 im schönen Allgäu, absolviere aktuell Studium der Sozialpädagogik in Kempten und bin beruflich parallel zum Studium im Integrationsbereich teilzeitbeschäftigt.
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