Afghanische Rezepte

Imraan erzählt davon, welche Bedeutung das Kochen von afghanischen Rezepten für ihn in Deutschland hat und wie es dazu kam, dass sein eigenes Kochbuch veröffentlicht wurde.

Kochen, das war immer schon eine meiner Leidenschaften. Zugegeben, in Afghanistan sind es weniger die Männer, die sich mit dem Kochen beschäftigen und sich damit auskennen. Es war meine Oma, die mir, als ich noch ein kleiner Junge war, einmal einen kleinen Topf gekauft hatte, nur für mich, und das war der Auftakt für meine Kochleidenschaft. Oft stand ich in unserer Küche an ihrer Seite oder der meiner Mutter, um ihnen abzuschauen, wie sie all die leckeren Gerichte, die mir immer so gut schmeckten, am Herd mit dem offenen Feuer zubereiten; und sie haben mich immer geduldig unterstützt und ermutigt, sie nachzukochen. So konnte ich meine Kochkünste entwickeln.

Dass ich einmal ein afghanisches Kochbuch in Deutschland veröffentlichen würde, das hätte ich mir damals nie träumen lassen. „Salam. Rezepte & Geschichten aus Afghanistan“ ist im Mai 2021 im Christian Verlag erschienen. Bis dahin aber war es ein weiter Weg.

Ich kam 2014 von Afghanistan nach Deutschland. Meine Heimat zu verlassen, das fiel mir nicht leicht, aber ich hatte keine Wahl. Das Heimweh war gerade in der Anfangszeit groß; ein gutes afghanisches Essen, zubereitet nach bewährtem Familienrezept, war da oft tröstlich, für mich wie auch für meine afghanischen Freunde, die ebenfalls neu in Deutschland waren. Sie kamen gerne vorbei, um gemeinsam die vertrauten Köstlichkeiten zu genießen, die ich für sie gekocht habe, und in Erinnerungen zu schwelgen.

zusammenkochen.com

Meine Freunde brachten mich dann auf die Idee, den Block zusammenkochen.com zu schaffen. Viele von ihnen hatten zu Hause nicht gelernt, afghanische Gerichte zuzubereiten. Also veröffentlichte ich auf dem Blog typisch afghanische Rezepte, die sich gut mit den Zutaten aus dem deutschen Supermarkt kochen lassen, die einfach nachzukochen sind auch für die, die noch nicht so gut kochen können oder die sich nach der Schule oder der Arbeit schnell ein gutes Essen zubereiten möchten, ohne auf Tiefkühlpizza und Döner vom Imbiss zurückgreifen zu müssen.

Der Blog wurde tatsächlich eine kleine Erfolgsgeschichte, und zunehmend waren es auch Nicht-Afghanen, die sich begeistert zeigten von den Rezepten zu Gerichten, die sie bestenfalls aus dem afghanischen Restaurant kannten. Und so war es perfekt, als der Christian Verlag anbot, ein Kochbuch über die afghanische Küche zu veröffentlichen. Ich bin stolz auf dieses Angebot und auf das Ergebnis. Das Buch enthält Rezepte zu den typischen, aber auch zu unbekannteren afghanischen Gerichten, die es zu entdecken lohnt; es erzählt darüber hinaus über die Kultur des Kochens in Afghanistan, über die Art und Weise, wie die Menschen die Gärten und Felder bestellen, über das Familienleben, die nachbarschaftliche Verbundenheit, die Gastfreundschaft der Menschen, über ihre Freude an Festen, über Kultur und Traditionen, die das Leben der Menschen in Afghanistan zusammenhalten.

Auch wenn es gerade in diesen Tagen wieder einmal nicht so aussieht: Afghanistan ist mehr als Krieg und Terror. „Salam“ lädt ein zu einer Entdeckungsreise, die den Blick auf die wunderbaren Seiten Afghanistans richtet. Herzlich willkommen.

Rezept:

Kofta (Fleischbällchen in Tomatensauce)

Zutaten:

Für die Fleischbällchen: 2 Tomaten, 2 Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen, ½ Bund frischer Koriander, 1 kg Rinder- und/oder Lammhackfleisch, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 TL Korianderpulver

Für die Sauce: 3 Tomaten, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 3 EL Pflanzenöl, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, ½ TL Korianderpulver

Zubereitung:
  1. Für die Fleischbällchen die Tomaten waschen und den Stielansatz herausschneiden. Die Zwiebeln und den Knoblauch abziehen. Die Tomaten sowie die Zwiebeln in feine Würfel schneiden und den Knoblauch fein hacken. Den Koriander waschen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken.
  2. Das Hackfleisch mit den Zwiebeln und dem Knoblauch in einer Schüssel verkneten. Die Masse mit Salz, Pfeffer und dem Korianderpulver würzen. Dann die Tomaten und den frischen Koriander zufügen, alles gut vermengen und kurz ruhen lassen. Anschließend aus der Masse mit den Händen Bällchen formen.
  3. Für die Sauce die Tomaten waschen und den Stielansatz herausschneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen. Die Tomaten sowie die Zwiebel in feine Würfel schneiden und den Knoblauch fein hacken.
  4. Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin langsam goldbraun schmoren. Dann die Tomaten und den Knoblauch zufügen und die Mischung etwa 5 Minuten zu einer Sauce einköcheln lassen. Zuletzt mit Salz, Pfeffer und dem Korianderpulver würzen. Die Fleischbällchen in die Sauce geben und bei aufgesetztem Deckel etwa 25 Minuten darin garen.
  5. Zum Anrichten die Kofta mit Sauce auf Teller verteilen und servieren. Dazu passt Brot.

Wenn ihr mehr afghanische Rezepte lesen möchtet, könnte ihr das Buch von Imraan (Salam. Die neue afghanische Orientküche. Magisch. Geheimnisvoll. Eine kulinarische Reise entlang der Seidenstraße. Genießen Sie die orientalische … Heimat. Magisch. Geheimnisvoll. Überraschend.) kaufen.

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