Suche

Wir schaffen das, Teil 2: Höhen, Tiefen, Neuanfänge

In zwei Teilen schreibt Tilla Lingenberg, die als Tandem-Schreibende seit März im Team des Flüchtling-Magazins mitarbeitet, ihre Geschichte, wie sie als Theaterautorin und Bildende Künstlerin in Kontakt mit minderjährig, unbegleitet geflohenen Jungen und Mädchen gekommenen ist und fortan gemeinsam mit ihnen Höhen, Tiefen und Neuanfänge erlebt. Hier der 2. Teil und zugleich die Fortsetzung von Teil 1 (vgl. Flüchtling-Magazin vom 6. Juni):

Es schafft uns ganz schön, aber wir schaffen so einiges!

Mai 2018. Viel ist passiert. Ich bin mit „meinen“ Jungs durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Nachdem F. und B. im Sommer 2016 ihren Schulabschluss in der Tasche hatten, folgte ein Jahr mit Irren und Verwirren. F. ergatterte ein Platz in einer Stadtteilschule in der über 90% der Schüler einen Migrationshintergrund haben. Wir freuten uns. Das passt doch. Eine super Chance.

Gedankenlos  – wie wir erfahren müssen, aber wer verschwendet in dem Moment einen Gedanken daran, dass Flüchtlinge, die gerade Deutsch lernen, Jugendsprache nicht verstehen? F. fragte mich hilflos: „Sie sagen immer Dicker, warum? Das ist nicht nett und sie sind nicht dick.“ Wie erkläre ich Jugendsprache mit ihrer ganz eigenen, kreativen Wortnutzung und oft extrem falschem Satzbau? Deutsche Erwachsene lachen darüber, F. erfuhr so erneut Ausgrenzung durch Sprache. Er nahm es mit Humor und scheinbar locker, aber Freunde fand er dort keine. Integration? Fehlanzeige.

salam, bitte melde dich kostenlos an, um den vollständigen Text zu lesen. 

Wir sind gerade dabei, Mitgliedschaften zu entwickeln und testen einige Tools aus. Wenn du Fragen dazu hast, melde dich per Mail an team@kohero-magazin.de

Dein kohero-Team

Hier anmelden!

 

Schlagwörter:
Ich werde niemals diesen Tag vergessen. Von morgens an war der Tag unheilschwanger. Ich stand sechs Minuten zu spät…
Kategorie & Format
Autorengruppe
Tilla ist Autorin und bildende Künstlerin, schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Theaterstücke, Kurzprosa und Miniaturen. Bundesweit wurden acht ihrer Theaterstücke uraufgeführt und mit ihrem Programm zu ihrem Buch „Kuriose Kurzweil“ ist sie auf Hamburger Lesebühnen präsent. Sie stellt regelmäßig in Hamburg ihre Kunst aus. Bei kohero unterstützt sie vor allem Autor*innen im Schreibtandem. „Ich freue mich, Flüchtlingen zur Seite zu stehen, damit ihre Stimme gehört und gelesen wird.“
Atakan: Zusammenarbeit ist essenziell

Atakan aus Berlin ist Erzieher und arbeitet mit Kindern in der Grundschulpädagogik. Was hat den 26-Jährigen auf diesen Berufsweg geführt?

Heimatverlust als Tabuthema?

Wie fühlt sich der Verlust der Heimat an? Und warum wird oft nicht darüber gesprochen? Ein Blick auf die Identität der Autorin als Kirgisin und als Deutsche, Einsamkeit und Regenwetter.

Ssega Albarak Ulutas: gegen Stereotype kämpfen

Ssega Albarak Ulutas, 22 Jahre alt, hat eine Leidenschaft für soziale Medien, Reisen und das Teilen neuer Erlebnisse mit Freunden. Sie ist entschlossen, ihre Erfahrungen als Person mit Migrationshintergrund für positive Veränderungen einzusetzen.

Peter Fröberg Idling – Pol Pots Lächeln

1978 berichtet eine schwedische Delegation begeistert aus Kambodscha. 28 Jahre später versucht Peter Fröberg Idling zu ergründen, wie sie damals das Leid der Bevölkerung übersehen konnten.

Kohero Magazin