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Präsidentschaftswahl in den USA: And the winner is..

Es ist weder WM noch sind es Olympische Spiele, sondern es handelt sich um die Präsidentschaftswahl in den USA. Darauf warteten Millionen aus der ganzen Welt, um zu wissen, wer der nächste Präsident des stärksten Landes der Welt sein wird.

Präsidentschaftswahl in den USA: And the winner is..

 Die Präsidentschaftswahl in den USA war extrem in den Mediendiskussionen. Damit beschäftigten sich Journalist*innen und Politiker*innen. Menschen aus der ganzen Welt setzten sich vor den Fernseher und warteten fast eine Woche lang auf die Ergebnisse um zu wissen, wer der Gewinner in diesem Wahlkampf ist.

 Der 46. Präsident der USA

Joe Biden ist der nächste Präsident der USA nach einem langen Wahlkampf gegen Donald Trump. Der beschuldigte die Demokratische Partei, dass sie versucht, die Wahlen zu stehlen und zu manipulieren. Trump kritisierte außerdem die Abstimmung per Post, also die Briefwahl. Er beschrieb sie als „Katastrophe“ und drohte schon früh, dass er vor Gericht gehen wird, um die Anzahl der Stimmen aufzuheben, die er für „illegal“ hält. Auf der anderer Seite betonte Biden, dass alle Stimmen ausgezählt werden müssen. Denn die Abstimmung per Post ist ein Teil des amerikanischen demokratischen Wahlsystems.

Meinungsverschiedenheiten und Vorwürfe waren bereits vor dem Wahlprozess und insbesondere während der Fernsehdebatten offensichtlich, als die beiden Kandidaten die ganze Zeit Anschuldigungen austauschten. Das lässt uns fragen, ob das amerikanische Wahlsystem in einer Krise steckt.

Das amerikanische Wahlsystem

Diese Krise ist nicht spontan ans Licht angekommen. Vielmehr ist sie das Ergebnis von einer Anzahl  unterschiedlicher politischer Maßnahmen für beide Parteien, insbesondere auf innerstaatlicher Ebene, die sich schlecht auf den amerikanischen Wähler auswirken. Das führt die Wähler in manchen Fällen dazu, sich nicht an der Wahl zu beteiligen. Außerdem spielt das allgemeine soziale Leben der Amerikaner eine große Rolle, die meisten von der Politik abzulenken. Das wiederum führte zum Fehlen anderer wirksamer Parteien. Infolgedessen bleiben die US-Wahlen den beiden Hauptparteien und ihren Anhängern vorbehalten.

Also, theoretisch könnte der Kandidat davon unabhängig oder parteilos sein, allerdings ist das praktisch unmöglich. Denn er muss während seiner Wahlkampagne alle Staaten besuchen. Darüber hinaus muss er nicht nur in öffentlichen Versammlungen und Fernsehdebatten auftreten, sondern er sollte auch mit vielen Medien-, politischen und wirtschaftlichen Beratern zusammenarbeiten. Das kostet ihn aber viel Geld, wovon ein parteiloser Kandidat nur träumen kann.

Zwar finden viele, dass das amerikanische Wahlsystem weltweit das beste ist, um den Präsidenten oder die Präsidentin des Landes zu wählen. Allerdings können dadurch Millionnen von Stimmen an andere Kandidat*in gehen, als vom Wähler*in gemeint war.  Genau das passierte 2017 mit Hillary Clinton. Außerdem schließt ein solches Wahlsystem Millionen Menschen aus, die ethnischen und religiösen Minderheiten angehören.

Tatsächlich schränkt diese Situation die amerikanische Demokratie ein. Denn parteilose Kandidat*innen haben praktisch keine Chance bei der Präsidentschaftswahl. Es fehlt ihnen die Unterstützung einer der größten Partein. Deren Wahlprogramme spiegeln aber möglicherweise nicht die Ansicht vieler Menschen der Bevölkerung wider. Hierbei stellt sich die Frage, ob das Wahlsystem wirklich so demokratisch ist, wie es in einer Demokratie der Fall sein sollte.Fazit

Abschließend halte ich fest, dass das Wahlsystem die Tiefe der Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft ans Licht gebracht hat. Daher muss der 46. Präsident die Verantwortung übernehmen und die Kluft der Gesellschaft, die u.a. durch verschiedene Hautfarbe und Glauben entstand, überbrücken.

 

Ahmad Shihabi
Ahmad Shihabi ist Journalist aus Syrien. Nach seiner Ausbildung im IT-Bereich hat er als Online-Redakteur in einem Magazin in Damaskus gearbeitet. Nach fünf Jahren musste er Syrien wegen des Kriegs verlassen. Seit 2015 ist Ahmad in Deutschland, arbeitet als freier Journalist für Kohero und berichtet aus dem Ruhrgebiet. Aktuell ist Ahmad Mentee beim Mentoring@Ruhrgebiet- Programm der Neuen Deutschen Medienmacher*innen.

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Ahmad Shihabi
Ahmad Shihabi ist Journalist aus Syrien. Nach seiner Ausbildung im IT-Bereich hat er als Online-Redakteur in einem Magazin in Damaskus gearbeitet. Nach fünf Jahren musste er Syrien wegen des Kriegs verlassen. Seit 2015 ist Ahmad in Deutschland, arbeitet als freier Journalist für Kohero und berichtet aus dem Ruhrgebiet. Aktuell ist Ahmad Mentee beim Mentoring@Ruhrgebiet- Programm der Neuen Deutschen Medienmacher*innen.

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