„Ohne uns steht die Welt still“

Anlässlich des internationalen Frauentags lädt das „Hamburger Bündnis zum internationalen 08. März Streik“ zur Demonstration ein und ruft alle Frauen, trans, inter und nicht-binären Personen zur Niederlegung ihrer Haus- und Sorgearbeit auf.

Salma sprüht Slogans auf den Steindamm. Foto:
Fotograf: Lilli Janik

„We cannot all succeed when half of us are held back“ (dt.: Wir können nicht alle erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird), sagt Malala Yousafzai 2013 in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen.

Dieser Satz ist heute so aktuell wie vor knapp sieben Jahren. Er beschreibt unmissverständlich, dass Frauen und FLINT-Personen (FLINT = Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen) maßgeblich für ein funktionierendes System verantwortlich sind. Marleen, eine Aktivistin des „Hamburger Bündnis zum internationalen 08. März Streik“, findet, dass „noch immer nicht gesehen wird, was Frauen leisten.

“ Genau darauf will sie bei der Demonstration am Sonntag aufmerksam machen. Diese beginnt um 15 Uhr an den Landungsbrücken und endet gegen 18 Uhr am Neuen Pferdemarkt mit einer Kundgebung. Das Motto: „Ohne uns steht die Welt still.“ Unbezahlte Arbeit soll sichtbarer gemacht, Beziehungs- und Familienzusammenhänge politisiert und eine Aufwertung von Pflege-Arbeit durchgesetzt werden. Außerdem werden Themen wie Krieg, Militarisierung und Gewalt gegen Frauen angesprochen. Marleens Kollegin Elli sagt: „Frauen tragen mit ihrer Arbeit diese Welt mit, es ist ihr Recht, dafür Anerkennung zu erlangen. Und damit ist nicht nur ein Schulterklopfen gemeint, sondern gerechter Lohn, keine prekären Arbeitsbedingungen mehr, sondern ein freies, selbstbestimmtes Leben ohne Sexismus und Gewalt.“

„Wir können das System zum Stillstand bringen“

Die Demonstration ist der Höhepunkt einer größeren Veranstaltungsreihe rund um den internationalen Frauentag in Hamburg. Bereits am Freitag, den 6. März wird ein Streikcafé im Arrivati-Park ab zwölf Uhr eine Anlaufstelle für alle Streikende. Für den 7.3. sind im Rahmen eines Aktionstages mehrere dezentrale Veranstaltungen geplant. „Dazu gehören ein feministischer Stadtspaziergang und ein gemeinsames öffentliches Faulenzen“, so María, eine weitere Aktivistin des Bündnisses. Die Veranstaltungen in Hamburg sind Teil einer bundes- und weltweiten Serie an Kundgebungen, Demos und Streiks zum internationalen Frauentag. „Wir sind Teil einer internationalen Bewegung. Wir schließen uns den feministischen Streiks in Lateinamerika, im spanischen Staat, in der Schweiz etc. an. Wir glauben, dass wir durch das Bestreiken der Care- und Fürsorgearbeiten das System und die Gesellschaft zum Stillstand bringen können“, sagt Marleen.

Für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und die Anerkennung der Care-Arbeit

Es ist an der Zeit, dass sich etwas ändert. Viele Meilensteine der Gleichberechtigung konnten bereits erreicht werden, doch einige Kämpfe müssen noch gekämpft werden – für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, die Anerkennung und Aufwertung der Care-Arbeit und gegen sexualisierte Gewalt und Diskriminierung. Jede*r Hamburger*in ist aufgerufen, am Sonntag, den 8. März, der Einladung des „Hamburger Bündnisses zum internationalen 08. März Streik“ zu folgen und sich für eine gleichberechtigtere Gesellschaft zu engagieren. Im letzten Jahr waren es 7.000 Menschen, die am internationalen Frauentag demonstriert haben. Lasst uns diese Zahl am Sonntag gemeinsam übertreffen.

Mehr Infos zum Streik gibt es auf der Website oder in der facebook-Veranstaltung.

Dieser Artikel hat mit Laura Kröger geschrieben 

Natalia studiert Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. „Ich arbeite bei kohero, weil ich es wichtig finde, dass die Geschichten von Geflüchteten erzählt werden – für mehr Toleranz und ein Miteinander auf Augenhöhe.“  
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Natalia studiert Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. „Ich arbeite bei kohero, weil ich es wichtig finde, dass die Geschichten von Geflüchteten erzählt werden – für mehr Toleranz und ein Miteinander auf Augenhöhe.“  

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