Neues aus Afghanistan: Juni

In unserer monatlichen Rubrik "Neues aus Afghanistan" fasst unsere Autorin Sahar Reza die Ereignisse des letzten Monats, Juni, zusammen.

Photo by nasim dadfar on Unsplash
Fotograf: nasim dadfar on Unsplash

Neue Regeln in Fitnessstudios

Kontake in der Provinz Herat berichten, dass die Abteilung Taliban’s virtue promotion alle Trainer angewiesen hat, dass sie die Trainingszeiten der Mitglieder in Fitnessstudios ihrem Alter entsprechend anpassen. Die Trainer wurden angewiesen, die Trainierenden in drei Altersgruppen einzuteilen: unter 18 Jahre, 18 Jahre und über 21 Jahre, damit die Mitglieder nicht gleichzeitig trainieren können. Bei Nichtbeachtung der Anweisung werden die Trainer bestraft. Seit einigen Monaten ist auch die Musik in Sportvereinen verboten. Und die Ringer- und Bodybuildingvereine müssen die Bilder und Fotos prominenter Sportler von den Wänden entfernen. 

Tote und Verletzte

Sarajul Haq Hakimi, ein ehemaliger Soldat, wird von den Taliban-Rebellen in Pule Khumri erschossen, als er zum Abendgebet ging.

In der Provinz Nangarhar werden bei einer Explosion in einer Madrassa 10 Menschen verletzt. Keine Gruppe oder Einzelperson hat die Verantwortung für die Explosion übernommen.

Die Videos, die Hasht-e-Subh erhalten hat, zeigen, dass die Taliban im Bezirk Balkhab Zivilisten, darunter Minderjährige und Hirten, getötet haben, nachdem sie sie verhört und festgestellt hatten, dass sie Hazaras sind.

Lage der afghanischen Journalist*innen in Pakistan

Die afghanischen Journalist*innen in Pakistan, die gezwungen sind, das Land zu verlassen befinden sich in einem schlimmen psychischen Zustand. Sie haben ihre Besorgnis darüber geäußert, dass die Institutionen, die Journalist*innen  und Menschenrechtsverteidiger*innen unterstützen, sie vergessen haben. 

Seit dem Sturz der früheren Regierung sind mehr als 250.000 Afghanen, darunter Journalist*innen, Menschenrechtsaktivist*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, in die Nachbarländer geflohen. 

Neue Regeln im Studentenwohnheim

Die Taliban-Behörden des Studentenwohnheims der Universität Kabul haben in einer Erklärung vom 26. Juni 2022 das Hören von Musik verboten. Die Student*innen dürfen weder in den Schlafsälen noch in der Mensa Musik hören. Die Anordnung verbietet auch das Tragen von kurzärmeliger Kleidung, das Spielen, das Rauchen, das Betreten des Daches des Studentenwohnheims sowie die Nutzung von Obstbäumen an der Universität Kabul. 

Erdbeben

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1, das den Osten Afghanistans in den Provinzen Khost und Paktika erschütterte, wurden mehr als 1000 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

Angriff auf Sikh-Tempel

Der Islamic state of Khurasan province (ISKP) hat die Verantwortung für die Anschläge auf den Sikh-Tempel in Kabul im Gebiet Karte Parwan übernommen. Am 18. Juni wurde der Tempel mit einer Reihe von Explosionen angegriffen, die mehrere Stunden andauerten. Dabei wurde ein Sikh getötet und 7 weitere verletzt.

Hunger und Armut

Einem Bericht der Washington Post zufolge, hat sich die Lage in Afghanistan seit der Machtübernahme durch die Taliban verschlechtert. Hunger und Armut haben verzweifelte Familien zu unvorstellbaren Szenarien gezwungen. So lassen sie ihre kleinen Kinder arbeiten und verlangen Mitgift für Mädchen und Kinderbräute. Nach Angaben mehrerer Hilfsorganisationen wurden in den acht Monaten seit der Übernahme der Kontrolle über Afghanistan durch die Taliban mehr als 120.000 Kinder gegen irgendeine Art von finanziellem Anreiz getauscht.

Neuigkeiten aus dem letzten Monat kannst du hier lesen.

Sahar Reza
Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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Sahar Reza
Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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