Neues aus Afghanistan im Oktober

In unserer monatlichen Rubrik "Neues aus Afghanistan" fasst unsere Autorin Sahar Reza die Ereignisse des vergangenen Monats, Oktober, zusammen.

Fotograf: Mohammad Rahmani on Unsplash

Neue Militärbasis

In der Provinz Ghazni im Bezirk Jaghori  wurde die Taliban verstärkt. Sie haben die Moschee, die Bibliothek, die Schulen und die öffentlichen Einrichtungen zu ihrer Militärbasis gemacht. Und die Menschen werden sogar gezwungen, ihnen Lebensmittel zu bringen.  Das Gleiche gilt für eine Bibliothek im Bezirk Dawood in der Provinz Ghazni, die von niemandem betreten werden darf.

Armut

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat mitgeteilt, dass 79 % der afghanischen Haushalte in diesem Winter keinen Zugang zu Heizungsanlagen haben werden. 79 % der afghanischen Haushalte müssen ihre Häuser im Winter reparieren. Und die Armutsrate in Afghanistan ist um 97 % gestiegen.

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat ebenfalls in einem Tweet bekannt gegeben, dass 9 von 10 Menschen nicht genügend Lebensmittel zu sich nehmen und Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder gesund zu ernähren.

Abschiebung aus dem Iran

Quellen in der Provinz Nimroz haben berichtet, dass der Iran im letzten Monat 23.399 Einwanderer abgeschoben hat, die über den Landhafen von Nimroz nach Afghanistan eingereist sind. Unter ihnen sind 3.937 Familien und 19.462 Einzelpersonen, die zwangsweise abgeschoben wurden.

Keine Einreise für Hamid Karzai

Hamid Karzai, der ehemalige Präsident Afghanistans, darf nicht nach Deutschland reisen, obwohl er in Berlin an einem Treffen teilnehmen sollte. Es ist immer noch unklar, warum er daran gehindert wird. Außerdem ist es ihm untersagt, in andere Länder zu reisen.

Situation an den Universitäten

Die weiblichen Studentinnen werden daran gehindert, bestimmte Fachrichtungen an der Universität für den Masterabschluss zu wählen. Es gibt keine Quote für weibliche Teilnehmerinnen in den Bereichen Ingenieurwesen, Informatik, Verwaltung, Handel und Landwirtschaft. Das Bildungsministerium der Taliban hat auch bestimmte Bereiche von der gewünschten Auswahl an Studienfächern für Studentinnen ausgeschlossen, wie z. B. Landwirtschaft, Ingenieurwesen, Veterinärmedizin, Öl und Gas, Bergbauexploration und Bergbaugeologie.

Die Gewerkschaft der Privatuniversitäten in Afghanistan erklärte, dass die Zahl der Student*innen an den Privatuniversitäten seit dem politischen Wandel um 50 Prozent zurückgegangen sei. Dieser Rückgang sei aufgrund wirtschaftlicher Probleme und politischer Veränderungen  zu verzeichnen. Tolo

Tote und Verletzte

Am Freitag wurden bei einer Explosion in der Nähe der Wazir Akbar Khan Moschee in Kabul mehr als 14 Menschen verletzt und mehr als 4 getötet.  Tolo

In Kandahar wurde ein junger Einwohner von den Taliban getötet, weil er sich weigerte, während einer Hochzeitszeremonie Musik zu spielen.

Demonstration

Frauen und Studentinnen gehen am Samstag auf die Straße und fordern die Wiedereröffnung der Mädchenschulen ab der 6. Klasse

Hier könnt ihr die Afghanistankolumne von September lesen.

Sahar Reza
Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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Kabul, Neues aus Afghanistan
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Sahar Reza
Sahar kommt aus Afghanistan und hat ihre Kindheit in Pakistan verbracht. Ihr Studium der  hat sie in Indien und Hamburg (Master Politik- und europäischen Rechtswissenschaft) absolviert. Sie hat im Management und im Journalismus gearbeitet. Seit langem setzt sie sich für Menschenrechte (besonders Frauen-, Kinder- und Flüchtlingsrechte) ein. Für kohero (früher Flüchtling-Magazin) ist sie seit 2017 aktiv. „Ich arbeite für das kohero-Magazin, weil das Magazin mir eine Stimme gibt und ich habe die Möglichkeit, über verschiedene Themen zu schreiben und kann in meinem Arbeitsbereich Journalismus in Deutschland weiterarbeiten und aktiv sein.“

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