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Der Fluch eines Flüchtlings

Nach dreißig Jahren bin ich das Kind, das sich nie von seiner Mutter, vom Damaszener Jasmin, von den Straßen und Gassen Damaskus' getrennt hat. In diesen Straßen und Gassen hing ich dreißig Jahre Tag und Nacht herum. Ich habe mein ganzes Leben zwischen Damaszener Jasmin und seinem Geruch verbracht. Dem Geruch von Damaskus!

Die schönsten Tage meines Lebens sind die Tage, die ich in Damaskus gelebt habe. Ich war Damaskus‘ verwöhntes, lebendiges, munteres und energisches Kind. Aber hier habe ich meine Geschichte, meinen Schutz, meine Liebe, meinen Frieden verloren. Jetzt habe ich keine Ahnung, zu welchem Land ich überhaupt gehöre. Ich habe das Gefühl, dass alles, was ich in Syrien erlebt habe, ein Traum war.

Exil oder Rückkehr, irgendwann …

Und du Mutter! Ist das mein Schicksal, weit weg von dir zu leben? Seitdem ich nicht mehr in deiner Nähe bin, habe ich vieles gesehen und erfahren, und ich fühle mich alt. Als wäre ich fünfzig Jahre alt. Ich fühle mich nicht mehr jung. Die Sorgen begleiten mich Tag und Nacht. Die Hoffnung fehlt mir! Ist das mein Schicksal, im Exil weiter zu leben? Ist es Schicksal oder ist es die Folge des Krieges und der Fluch der Politik, ob Geliebte und Freunde beieinanderbleiben oder voneinander getrennt sind? Hier bin ich allein in meinem Zimmer, das nach Zigaretten und Double Apfel Schisha-Tabak riecht, und höre oder singe sehr traurige Musik.

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Ahmad al Zaher
Ahmad ist syrischer Journalist und Chefredakteur der Seite arap-culture. Er lebt in Hamburg.
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