Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD wird über härtere Strafen, Abschiebungen und mehr Überwachung diskutiert. Doch was gerät dabei aus dem Blick? Zwei Perspektiven auf die Debatte und warum der Schutz queerer Menschen, insbesondere queerer Migras, nicht erst nach Anschlägen Thema sein darf.
Der Anschlag in Berlin trifft Queers und Migrant*innen doppelt – als Ziel von Terror und als Werkzeug rechter Hetze. Während die AfD profitiert und Konservative Wahlkampf machen, bleibt die wahre Frage unbeantwortet: Was läuft in Deutschland bei der Prävention schief?
Abdelrahman Salem floh aus Ägypten nach Hamburg, um als schwuler Mann in Sicherheit zu leben. Schutzwohnungen für queere Geflüchtete sind rar, schwer zugänglich und nicht immer sicher. Wie gelingt der Schutz in einem System, das ihn oft nur verspricht?
Nicht alle Geflüchteten haben die gleichen Bedürfnisse: Manche Menschen benötigen aufgrund besonderer Lebensumstände zusätzlichen Schutz. Die EU-Aufnahmerichtlinie benennt klare Kriterien – doch in der Praxis gibt es Hürden.
Diskriminierung, Wohnungslosigkeit und fehlende Schutzräume – queere Geflüchtete stehen bei der Wohnungssuche vor besonderen Hürden. Kathrin Schultz von der Initiative QUEERHOME* über intersektionale Beratung, strukturelle Probleme und die Notwendigkeit queer-inklusiver Wohnkonzepte.
Mit der bald in Kraft tretenden Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) riskiert die EU den Schutz queerer Geflüchteter und verwehrt ihnen faktisch das Recht auf Asyl. Ein fataler Irrtum.
Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität kann in Deutschland ein anerkannter Asylgrund sein. Lilith Raza vom LSVD⁺ fordert mehr Schutz, Sichtbarkeit und Aufklärung – von Anfang an.
„Diese Kunstform hat sich für mich entschieden“ – Drag Queen Grasa Guevara (33) kommt aus Buenos Aires in Argentinien. Inzwischen ist sie als Solo-Künstlerin in Berlin aktiv. Dabei geht es ihr nicht nur um die Kunst, sondern Drag war für sie schon immer auch politisch.
Das Projekt Artikel 21 benennt Versorgungslücken von queeren Menschen im Asylverfahren. Ihre Forderungen: Sichere Unterkünfte ab dem ersten Tag und angemessene psychosoziale Betreuung für Betroffene.
Passend zum aktuellen zu.flucht-Thema sind hier acht Empfehlungen: Podcasts, Bücher und Filme beleuchten, was es bedeutet, queer zu sein im Kontext von Migration und Flucht.
Ahmed ist Muslim und queer. Er ist Aktivist, Coach und leitet die „Queer & Muslim Healing Circles" in Berlin, die einen sicheren Raum für queere Menschen schaffen.
Wie erleben queere Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte das Ankommen in Deutschland? Welche Hürden begegnen ihnen in Institutionen, in der Gesellschaft und in ihren eigenen Communities? In der neuen zu.flucht Folge geht es um Queerness im Kontext von Migration und Flucht.