Mitten im Wiener Prater, also im Grünen und doch nahe der Innenstadt, liegt ein von außen recht unscheinbares Gebäude. Betritt man aber das Magdas Hotel, merkt man sofort: das hier ist ein besonderer Ort. Porträts von den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund schmücken die große Eingangshalle.
An irgendeinem Tag im März 2016 hatte ich mit meinem Bruder Ahmad die verrückte Idee, ein Online-Magazin zu gründen. Gemacht von den Menschen, die Flüchtlinge sind, für die Deutschen.
Mein Vater bereiste in den 60er Jahren den Nahen Osten auf der Suche nach antiken Mosaiken für seine Doktorarbeit über die Kulturgeschichte des Fasans. Sein Reisetagebuch verfasst er in Form von Briefen an meine Mutter, die ich jetzt, 53 Jahre später, lese.
Im Mai veranstaltete die Benita Quadflieg-Stiftung in Hamburg einen Segeltörn mit Deutschen und Flüchtlingen. Das Schiff startete in Hamburg und segelte dann eine Woche in der Ostsee. Die Crew bestand aus einem versierten Skipper und vier ehrenamtlichen Seglern, zumeist Sozialarbeitern.
„Was wisst ihr von Deutschland? Was gefällt euch, was nicht?“
Das fragen wir Geflüchtete. Aus gutem Grund, denn es ist wichtig, die Sichtweise des Anderen zu verstehen. Aber im Gegenzug? Was weiß ich über Syrien, Libanon, Tunesien?
Ich heiße Leonardo De Araujo und bin 63 Jahre alt. Ich kam als Brasilianer zur Welt, lebe aber seit etwa dreißig Jahren in Deutschland, die meiste Zeit in Hamburg. Mittlerweile besitze ich die deutsche Staatsangehörigkeit und, nach wie vor, die brasilianische.
Integration bzw. das persönliche Hineinfinden in eine Gesellschaft, die einem fremd ist, fordert viel Offenheit für eine andere Kultur, Sprache und Lebensweise. Das ist nicht immer ganz leicht, wenn man neu in einem Land ist.
Seitdem der Tod vor 50 Jahren eine ihrer Brüste gefressen und die andere als eine Erinnerung zurückgelassen hatte, begrub Ahlam kein weiteres Körperteil und auch keines ihrer Kinder mehr. Entschlossen pflegte sie, was von ihrem dürren Körper übrig geblieben war.
Das Flüchtling-Magazin wurde von der Initiative "Hapag-Lloyd hilft" zum Abendessen eingeladen. Wir trafen uns mit Geflüchteten und Deutschen, die miteinander kochen und Spaß haben.
Im Dezember 2016 war er plötzlich da in meinem Leben – ein Flüchtling aus Syrien, 22 Jahre jung. Ein ernster junger Mann, sehr schüchtern, aber auch sehr ehrgeizig und zielstrebig. Unser gemeinsamer Freund Hussam vom Flüchtling Magazin hat uns beide bekannt gemacht.