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Wir sind zum Hoffen verdammt

Seitdem der Tod vor 50 Jahren eine ihrer Brüste gefressen und die andere als eine Erinnerung zurückgelassen hatte, begrub Ahlam kein weiteres Körperteil und auch keines ihrer Kinder mehr. Entschlossen pflegte sie, was von ihrem dürren Körper übrig geblieben war. Dass sie lange auf dem Feld gearbeitet hatte, half ihr, den Tod beziehungsweise das Leben in Schach zu halten. Als bäuerliche Frau bezog sie ihre Kraft und Tiefgründigkeit aus dem Boden und aus den Stapeln von Feuerholz.

Sie widerstand den Folgen ihrer Krankheit ganze 50 Jahre lang. Doch als die Revolution begann, musste sie abermals den Schmerz des Verlustes ertragen, der nach und nach ihre Familie heimsuchte in den letzten Tagen von Assads Krieg, gegen ihr Dorf im Süden Syriens, nahe der Stadt Idlib.

Ahlam konnte ihre Teenagerzeit nicht ausleben. Sie wurde als Kind in das Haus ihres Ehemanns gebracht, als sie gerade 15 geworden war, ohne jemals High Heels ausprobiert zu haben, ohne dass jemals ein Mann seinen Arm um ihre Taille gelegt hatte auf einer der lauten Partys, von denen die Männer in ihrem Dorf sprachen, wenn sie aus der Stadt zurück gekommen waren.

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Ich schlich mich heimlich in die Küche. Ich war zehn. Meine Mutter kochte. Ich war noch nie so leise…
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