Seit zwei Jahren begleite ich Menschen dabei, mit der deutschen Sprache vertraut zu werden. Sprache lernen - das bedeutet mehr als die Beherrschung von Grammatik und Rechtschreibung. Sprache lernen - das heißt vor allem: Hoffnung auf Zukunft, Vertrauen wachsen lassen, einander etwas erzählen.
Der Verband der Schriftsteller und Schriftstellerinnen Hamburg wollte eine Plattform zum Publizieren für unsere geflüchteten Kollegen bieten. Daher hat er ein Buch veröffentlicht. Der Titel ist "Fluchtpunkt Hamburg. Texte im Exil.
Mein Vater bereiste in den 60’er Jahren den Nahen Osten auf der Suche nach antiken Mosaiken für seine Doktorarbeit über die Kulturgeschichte des Fasans. Sein Reisetagebuch verfasst er in Form von Briefen an meine Mutter, die ich jetzt, 53 Jahre später, lese.
Michel Ackermann lebt und arbeitet als Pianist, Komponist und Autor in Berlin. Für den Manesse-Verlag schrieb er eine Literaturempfehlung über einen Lyrikband arabischer Dichterinnen.
Mein Vater bereiste in den 60er Jahren den Nahen Osten auf der Suche nach antiken Mosaiken für seine Doktorarbeit über die Kulturgeschichte des Fasans. Sein Reisetagebuch verfasst er in Form von Briefen an meine Mutter, die ich jetzt, 53 Jahre später, lese.
„Was wisst ihr von Deutschland? Was gefällt euch, was nicht?“
Das fragen wir Geflüchtete. Aus gutem Grund, denn es ist wichtig, die Sichtweise des Anderen zu verstehen. Aber im Gegenzug? Was weiß ich über Syrien, Libanon, Tunesien?
Wie komme ich dazu - gerade in Deutschland angekommen - schon ein Buch zu veröffentlichen? Selbst für einen Deutschen wäre es nach acht Semestern Studium der Mathematik, erst 24 Jahre alt, ungewöhnlich, schriftstellerisch aufzutreten.