Nachrichtenüberblick KW 21

Es gibt Neuigkeiten – und zwar so viele, dass man kaum hinterherkommt. Deshalb sammeln wir hier für dich die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Woche. Diesmal geht es unter anderem um die Anerkennung der Kolonial-Verbrechen in Namibia als Völkermord, die gesunkene Zahl der Einbürgerungen in Deutschland und um das Gipfeltreffen zwischen Biden und Putin.

Nachrichtenüberblick KW 10

++Nachricht von kohero +++

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen – das Fokusthema im Mai bei kohero ist jüdisches Leben. Dafür haben wir uns unter anderem mit der Erinnerungskultur, jüdischer Literatur und den Themen Opferrolle und Zugehörigkeit beschäftigt. Doch uns war es wichtig, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mehr über das Judentum in Deutschland zu lernen. Eine gute Möglichkeit dafür ist das Begegnungsprogramm meetajew.de, bei dem zwei Menschen jüdischen Glaubens in einem lockeren Gespräch über ihr Leben und ihren Glauben sprechen.

Unsere Begegnung am Donnerstagabend hat der Redaktion große Freude bereitet: in dem etwa 90-minütigen Gespräch haben wir mehr über den jüdischen Glauben und die Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland gelernt, als es durch Artikel und Dokumentationen jemals möglich wäre. Wir sind uns sicher: Begegnungen sind das beste Mittel, um Missverständnisse zu verhindern und können das Programm wärmstens weiterempfehlen!

 

Deutschland

Frank-Walter Steinmeier kandidiert für zweite Amtszeit

Am 28.05. kündigte der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, dass er für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident kandidieren möchte. Der 65-Jähriger möchte Deutschland „auf seinem Weg in die Zukunft nach der Pandemie“ begleiten.

Zwar spielt der Bundespräsident keine aktive Rolle in der Tagespolitik, allerdings empfindet Steinmeier sein Amt als Ehre, Freude, aber auch als eine enorme Herausforderung. 2017 wurde der damalige Außenminister mit 75% der Stimmen von der Bundesversammlung gewählt. Mehr dazu lest ihr auf spiegel.de und auf Zeit.de

 

Deutschland erkennt Verbrechen an Herero und Nama als Völkermord an

Nach mehr als fünf Jahren der Verhandlungen mit Namibia erkennt die Bundesregierung Deutschlands die Verbrechen an Herero und Nama als Völkermord an. Das teilte der Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit.

Historikern zufolge wurden mehr als 65.000 Herero und mindestens 10.000 Nama zwischen 1904 bis 1908 getötet. Deutschland will offiziell durch Bundespräsident Steinmeier um die Vergebung bitten. Als „Geste der Anerkennung“ wird die Bundesregierung über 30 Jahren lang mehr als eine Milliarden Euro bezahlen, damit Projekte in den Siedlungsgebieten der Herero und Nama gefördert werden. Mehr dazu lest ihr auf suedeutesche.de

 

Bund und Länder öffnen Impfkampagne für Kinder ab zwölf

Bund und Länder haben bei ihrem Corona-Gipfel vom 27. Mai beschlossen, dass ab dem 7. Juni ein Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren möglich ist. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Pressekonferenz an. Bisher sind die verfügbaren Impfstoffe für Menschen ab 16 zugelassen. Allerdings sollte sich das nach dem Aufheben der Impfpriorisierung ändern. Damit können Ärzte*innen und Impfzentren bis Ende des Sommers Termine für die jüngeren Altersgruppen vergeben, so Merkel. Mehr dazu lest ihr auf spiegel.de

 

Offener Brief von Juden und Muslimen: „Wir lassen uns nicht trennen“

22 jüdische und muslimische Institutionen in Deutschland protestierten gegen den wachsenden Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus, insbesondere nach der Explosion der Lage im Nahen Osten. In einem offenen Brief mit dem Titel „Wir lassen uns nicht trennen“ verurteilten diese Institutionen, dass Juden und Muslime in Deutschland für die Geschehnisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden. Mehr dazu lest ihr auf MiGAZIN.de

 

Knapp 500 Asylbewerber*innen mit unbekannter Herkunft

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gibt in einer Asylstatistik für das Jahr 2020 bekannt, dass die Herkunft der Antragsteller*innen bei fast 500 Asylbewerber*innen nicht festgestellt werden konnte. Laut des BAMFs wurde die Herkunft im vergangenen Jahr bei insgesamt mehr als 4500 Ausländer*innen als „ungeklärt“ registriert. Der Statistik zufolge sind der Großteil dieser Antragsteller*innen Kurden oder Palästinenser*innen aus Syrien. Mehr dazu lest ihr auf Faz.net

Zahl der Einbürgerungen eingebrochen

Der Anteil der eingebürgerten Personen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um mehr als 15% gesunken. Laut des Statistischen Bundesamt hatten fast 110.000 Ausländer*innen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Eingebürgerten um 19.000 (15%) zurückgegangen. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es bei den zuständigen Behörden zu verlängerten Wartezeiten und daher konnten weniger Anträge bearbeitet werden. So die Pressemitteilung der Statistischen Bundesamt vom 26. Mai 2021. Mehr dazu lest ihr auf MiGAZIN.de

 

Und: Zahl der Abschiebungen deutlich zurückgegangen

Nach Angabe des Bundesministeriums sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres weniger Menschen aus Deutschland abgeschoben worden. Im Vergleich zu dem ersten Quartal im Jahr 2020 ist die Zahl der Abschiebungen von 4088 auf 2880 gesunken. Grund dafür sei vor allem die Auswirkungen der Pandemie. So die Antwort des Bundesministeriums auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Mehr dazu lest ihr auf evangelisch.de

 

..und die Welt

USA wollen Konsulat in Jerusalem wiedereröffnen

Bei seinem jüngsten Besuch in Ramallah kündigte der US-Außenminister Antony Blinken an, dass die USA beabsichtigen, ihr Konsulat in Jerusalem für die Palästinenser wieder zu eröffnen. Ohne ein bestimmtes Datum dafür anzugeben.

Darüber hinaus wollen die USA etwa 61 Millionen Euro als Hilfen für die Palästinenser anbieten, um die Verpflichtung der USA zu einem Wiederaufbau der Beziehungen zur Palästinensischen Autonomiebehörde und den Menschen in Palästina zu unterstreichen. so Blinken. Mehr dazu lest ihr auf spiegel.de

 

Putin und Biden treffen sich am 16. Juni

Das Weiße Haus und der Kreml kündigten am 25. Mai an, dass das von den USA vorgeschlagenen Gipfeltreffen zwischen den US-Präsidenten Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 16. Juni stattfinden werde. Laut dem Kremel sei das Ziel des Treffens die Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen. Biden und Putin würden „die gesamte Palette“ drängender Fragen besprechen. Ziel sei es, „Vorhersehbarkeit und Stabilität“ in den bilateralen Beziehungen wiederherzustellen. so Jen Psaki, Sprecherin des Weißen Hauses. Mehr dazu lest ihr auf sueddeutsche.de

 

Menschenrechtsaktivisten klagen gegen EU-Grenzschutzbehörde

Wegen eines Verstoßes gegen die Rechte von Asylsuchenden reichten Aktivistinnen und Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Front-Lex vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen die EU-Grenzschutzbehörde Frontex ein.

Bei der Klage handelt es sich vor allem um zwei konkrete Fälle: eine Frau aus Burundi und ein 15 Jahre alten Jungen aus der Demokratischen Republik Kongo, die im 2020 auf der griechischen Insel Lesbos ankamen. Beide wurden festgenommen und auf dem Meer sich selbst überlassen. So die die Anwälte von Front-Lex. Mehr dazu lest ihr auf Zeit.de

 

EU-Kommission will Italien mit Umverteilssystem für Flüchtlinge helfen

Die Europäische Kommission will ein neues Umverteilssystem einrichten, welches Italien dabei helfen kann, die Migrant*innen an die Mitgliedstaaten der EU zu verteilen. „Brüssel sei auch bereit, mit Libyen über ein neues Migrationsabkommen zu sprechen, und hoffe auch auf ein internationales Abkommen mit Tunesien“, so Innenkommissarin Ylva Johansson.

Die italienische Regierung forderte kürzlich mehr Solidarität in der EU, da die Zahl der Flüchtlinge aus Nordafrika, die über das Mittelmeer nach Italien kommen, stark gestiegen ist. Mehr dazu lest ihr auf Reuters.com

 

Ahmad Shihabi
Als Praktikant bei einem Verlag fing Ahmad mit seiner Arbeit im Journalismus an. Danach arbeitete er als Redakteur im Politik- und Kulturbereich bei dem palästinensischen Magazin „Al-Hourriah“. Seit Februar 2019 unterstützt er das Team des JournalistenBüro Herne als Redaktionsassistent.
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