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Wenn Fußball Sprache ist

Einst spielte Wladimir Bondarenko in der zweiten Liga Kasachstans. Die vergangenen 15 Jahre organisierte er in Hamburger Vereinen ehrenamtlich Austauschfahrten für Jugend-Teams zwischen Russland und Deutschland. Bis zum Angriff Russlands auf die Ukraine. Plötzlich ist der Austausch undenkbar. Was hält, ist sein Glaube daran, dass Fußball Menschen zusammenbringt. Friede, Freude, Fußball?

Fotograf*in: Connor Coyne on Unsplash

Zwischen Polizeikommissariat 25 und dem Forschungszentrum DESY liegt der Sportplatz Wilhelmshöh. Bondarenko sitzt im Vereinsheim der Groß Flottbeker Spielvereinigung. Ein dunkler Raum, eben noch Platzregen und Gewitter. Hinten tanzen HSV-Rauten vom Beamer projiziert an der Wand. Hier ist Wladimir Bondarenko, 57, Jugendtrainer. Ein Kunstrasenplatz, ein Grandplatz. In den Skizzen seiner Geschichte findet sich, was er heute mit anderen teilen will.

Vom Akzeptieren

Das Wort „akzeptieren“ kannte Wladimir Bondarenko damals nicht. Auf Ausfahrt mit seiner damaligen Mannschaft aus Hohenlockstedt verbrachte er den Abend in einer Kneipe am Weißenhäuser Strand. Ein Betrunkener kam zu ihrem Tisch. „Woher kommst du?“, fragte er Bondarenko. „Aus Kasachstan“, antwortete der. „Ich akzeptiere nicht, dass ihr alle kommt!“, schmetterte der Fremde ihm entgegen. Bondarenko versteht nicht alles, was der Mann sagt. „Der denkt, dass ihr Arbeitsplätze klaut“, erklärten seine Freunde ihm. „Wie soll ich seinen Arbeitsplatz klauen ohne meine Sprache? Und wenn ich zehn Jahre Deutsch lerne, trotzdem ist der besser als ich. Mein Akzent bleibt für immer.“

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Katarina Blume ist FDP-Politikerin und Abgeordnete der Bezirksversammlung Altona. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende FDP-Altona lebt seit 25 Jahren mit ihrer Familie…
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Merlin recherchiert und schreibt für verschiedene NGOs und Medien. Er studierte in Bremen, Lissabon und Kiel Politik- und Kulturwissenschaft und interdisziplinäre Nachhaltigkeit. Merlin arbeitet zu Themen rund um Gesellschaft, Ungleichheit und Umwelt. (Foto: Lucas Wahl) 
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