
Wenn die Dämme brechen
In den aktuell geführten Debatten um Extremismus ist eine differenzierte Wortwahl unerlässlich. Wohin kann es führen, wenn die Grenzen des Sagbaren verschoben werden?
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In den aktuell geführten Debatten um Extremismus ist eine differenzierte Wortwahl unerlässlich. Wohin kann es führen, wenn die Grenzen des Sagbaren verschoben werden?

Nach dem Mord an einem Pariser Lehrer und dem Attentat in Dresden kritisierten der Kolumnist Sascha Lobo und der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, dass die deutsche Linke sich mit Kritik an islamistischem Terror zurückhalte. Damit machen sie es sich zu leicht, findet unser Gastautor Arne List.

Der Kampf gegen den Islamismus braucht progressive Muslim:innen. Die tun sich in Deutschland schwer Moscheegemeinden aufzubauen. Und nicht nur das: Reaktionäre islamische Gruppen können in diesem Land viel einfacher Fuß fassen. Schuld daran ist zum Teil das deutsche Religionsrecht.

Dieses Klischee ist falsch, findet unsere Autorin. Doch auch einige muslimische Feministinnen machen es sich zu leicht.
In vielen Teilen der muslimisch geprägten Welt werden Homosexuelle bis heute verfolgt. In Europa gehen deshalb viele davon aus, dass der Ursprung dieser Intoleranz in der muslimischen Tradition liegt. Doch das ist zu kurz gedacht.
Seit Jahren diskutiert das Land darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Mit dem Begriff »politischer Islam« wurde nun eine vermeintliche Antwort gefunden: »Ein« Islam gehöre zwar zu Deutschland, nicht aber der »politische Islam«. Doch so einfach ist es nicht.
Was verrät die Islamdebatte über die, die sie so unablässig führen? Diese Frage hat sich Ozan Keskinkılıç in seinem neuen Buch »Die Islamdebatte gehört zu Deutschland« gestellt. Ein Gespräch über koloniale Kontinuitäten und die Ängste und Begierden der Mehrheitsgesellschaft in der Islamdebatte.
Jüdisch-muslimische Dialogprojekte gelten als Zeichen der Hoffnung für ein besseres Miteinander. Doch damit solche Projekte funktionieren, reicht es nicht, gemeinsam eine idealisierte Vergangenheit zu beschwören.
Was bedeutet ḥalāl heute? Kein Schwein, kein Alkohol – reicht das?Islamwissenschaftlerin Hannan Salamat spricht über Mode aus Ausbeutung, Fleisch aus Massentierhaltung und die unbequeme Wahrheit: Wirklich ḥalāl zu leben ist schwer – aber nötiger denn je.
Politiker*innen fordern von Muslim*innen ein Bekenntnis zum Grundgesetz ein. Journalist*innen wie Verfechter*innen eines politischen Islams spielen Scharia und Grundgesetz gegeneinander aus. Dabei gibt es diesen Gegensatz für die meisten Muslim*innen gar nicht.

kohero-Autorin Maiyra mit einem Kommentar zu antimuslimischem Rassismus in Deutschland.

In diesen Tagen beginnt der Ramadan. Was viele nicht wissen: Der muslimische Fastenmonat geht auch auf eine jüdische Tradition zurück - das Aschura-Fasten. Der Podcast „Mekka und Jerusalem“ thematisiert solche Gemeinsamkeiten. Wir haben mit den Macher*innen gesprochen.