Ob als »unbekanntes« Urlaubsparadies mit Bergen, Rosen, Eseln und Frauen (3Sat) oder als »das vergessene EU-Problem« (ZDF) und »Armenhaus der EU« (BR) – deutsche Fernsehbilder vermitteln ein ganz bestimmtes Bild über Bulgarien: ein Land zwischen Exotik und Armut.
Der Kampf der Rassen hat den der Klassen verdrängt«, diagnostiziert die französische Autorin Caroline Fourest in ihrem Buch »Generation Beleidigt«. Wer sprechen darf und wer nicht, hänge nun von Identität ab. Unsere Autorin findet: »Nur aufgrund von Identität zu canceln, das ist zu kurz gedacht«.
Juri Wasenmüller spricht mit Lisa-Maria Brusius (BLIQ) über die Hürden für migrantische Journalist:innen durch Klassismus und Rassismus, inwiefern Ungleichheit durch Klasse auch unter migrantischen Kolleg:innen eine Rolle spielt und wie diese Ausschlussmechanismen die Konkurrenz verschärfen.
In der südkoreanischen Netflix-Serie Squid Game (2021) wird Kapitalismus im Kleinformat nachgespielt und dessen Versprechen auf ein besseres Leben ad absurdum geführt. Ein Kommentar von und unseren Autor:innen.
Die Netflix-Serie Squid Game hat mit ihrer Darstellung von Gewalt Debatten ausgelöst – dabei ist das nicht der einzige Aspekt, über den es sich zu sprechen lohnt. Unsere Autor*in Vic Atanasov und Charlotte Rathjen haben sich angeschaut, welche Rolle migrantische Charaktere spielen.
Schayan Riaz ließ sich zum Kulturjournalisten ausbilden – und erlebte eine Szene, die die Perspektive einer weißen Bürgerlichkeit zum Nonplusultra erhebt. Ein Kommentar zum journalistischen Handwerk und menschlichen Mängeln.
30 Jahre ist das rassistische Pogrom in Rostock-Lichtenhagen her. Der Jahrestag wirft die Frage auf, welche Rolle die Berichterstattung damals spielte und was sich seitdem verändert hat. Carlos Hanke Barajas hat darüber mit der Aktivistin Simin Jawabreh gesprochen.
Am 16. September 2022 starb Jina Mahsa Amini nach einer Festnahme durch die iranische Sittenpolizei. Während im Iran kurz darauf Proteste begannen, erhielt der Fall in deutschen Medien zunächst wenig Aufmerksamkeit. Warum das fatal ist, hat Hatice Açıkgöz aufgeschrieben.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 nehmen Gewalt und Drohungen gegen Russischsprechende und Osteuropäer:innen zu. Antislawische Darstellungen erleben ein Comeback. Sasha Borgardt zeigt: In Redaktionen fehlt oft das Bewusstsein für postsowjetische Migration.
Angst, Misstrauen, schrille Debatten: Subtiler antimuslimischer Rassismus durchzieht die deutsche Medienlandschaft. Die Forschung der Islamwissenschaftlerin Sinem Öktem zeigt: Auch unbewusste Sprachgewalt kann ernsthafte Folgen haben.
Im Mai hat Österreich ein Kopftuchverbot an Grundschulen eingeführt. Seither fordern einige Politiker auch für Deutschland ein Verbot an Kitas und Grundschulen. Nur: Wie viele Kinder mit Kopftuch gibt es in Deutschland überhaupt?
In vielen Teilen der muslimisch geprägten Welt werden Homosexuelle bis heute verfolgt. In Europa gehen deshalb viele davon aus, dass der Ursprung dieser Intoleranz in der muslimischen Tradition liegt. Doch das ist zu kurz gedacht.