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Drei Tage bei der Yalla Media Akademie.

Ein Magazin auf Arabisch und Deutsch - das war das Ziel bei der Yalla Media Akademie, an der Jilan teilgenommen hat! Was ist das überhaupt? Und was ist da passiert? Darüber schreibt Jilan Alsaho, die aus Syrien nach Deutschland gekommen ist:

Fotograf: Nafee Kurdi. Alle Teilnehmer der Yalle Media Akademie Essen Juni 2018.

Alle wollen lernen, so war die Atmosphäre bei der Yalla Media Akademie: eine Mischung von vielen verschiedenen Leuten und Kulturen. Viele Leute können zusammen arbeiten, egal woher sie kommen. Das war das, was wir zuerst gelernt haben. Es ist nicht wichtig ob, wir uns ähnlich sind oder nicht. Manchmal ist es genau das, was schön ist!

Was ist die Yalla Media Akademie?

Yalla Media Akademie ist ein Projekt der Vereine Jugendpresse Deutschland und Eed be Eed Magazin mit Politikorange. Sie organisieren eine Reihe von Workshops und Seminaren in Essen, Berlin und Bremen. Dahin können Menschen aus allen Ländern, die sich für Journalismus interessieren, kostenlos gehen, wenn sie einen Platz bekommen.

Was wir machen sollten, war ein Magazin auf Arabisch und Deutsch. Wir waren zwei Gruppen: eine Gruppe schreibt und die andere macht Fotos und Videos.

Als wir dort angekommen sind, waren wir alle in einem Raum, wo wir auch die nächsten drei Tage gearbeitet haben. Lustig war, dass zuerst die Deutschen alleine gesessen haben und die Flüchtlinge auch für sich. Aber noch am gleichen Nachmittag, nachdem wir uns vorgestellt und unsere Themen diskutiert hatten, gab es keine Fremden mehr.

Schnell gab es keine Fremden mehr

Am ersten Tag haben wir viel über Journalismus gelernt. Dazu gehörten sehr wichtige Informationen: Wie schreibt man was? Was sind die verschiedenen Arten von einem Artikel? Was sind die Punkte, die wir beim Schreiben brauchen?

Später haben wir Ali Can getroffen, der junge Mann aus der Türkei, der eine „Hotline für besorgte Bürger“ gemacht hat. Nachdem wir seine Geschichte gehört und ein Interview mit ihm gemacht hatten, sind wir sofort zu unseren Zimmern gegangen, weil wir sehr müde waren.

Wir dachten, dass die Zimmer klein wären, einfach mit Etagenbett, denn wir teilten uns zu zweit ein Schlafzimmer. Aber das war ganz anders: Die Zimmer waren sehr groß und schön und perfekt! Das war echt etwas, was wir nicht erwartet haben. Deshalb habe ich oft gedacht: Warum heißt das Haus „Unperfekthaus“, wenn doch alles hier perfekt ist? Später hat der Hausbesitzer das erklärt. Er meinte, dass es auf unserem Weg viele gescheiterte unperfekte Versuche geben wird, bis wir eine Sache perfekt machen. Das Haus ist für Leute,  die diesen Weg gehen wollen, unabhängig davon, ob uns das sofort gelingt oder nicht. Und unsere unperfekten Sachen, die dort perfekt werden konnten, bleiben im Haus zurück.

Das Unperfekte bleibt zurück

Für unsere Arbeit sollten wir die Stadt nutzen, dahin und dorthin gehen, Interviews machen. Ich entschied mich dafür, über „Warum glauben Leute fake news?“ auf Deutsch, nicht auf Arabisch zu schreiben. Deshalb wollte ich nach den Erfahrungen der Leute suchen. Leider hat das nicht funktioniert. Manche hatten keine Lust zu antworten und manche hatten fake news falsch verstanden: Wenn Leute in ihren Familien oder unter Freunden tricksen, um Spaß zu machen, dann geht es nicht um fake news. Darüber kann ich nicht schreiben.

So fehlte mir das Herzstück von meinem Artikel. Deshalb musste ich andere Weg finden, und das war echt anstrengend und schwer. Aber mit ein bisschen Fokussieren hat das geklappt. Bis 2 Uhr morgens habe ich gearbeitet, dann war ich zufrieden und habe meinen Artikel am nächsten Tag abgegeben.

Ein Ausflug zum Sender WDR foryou

Am letzten Tag in Essen haben wir einen Ausflug gemacht. Meine Gruppe hat den WDR foryou in Köln besucht. Wir wollten da einen Mann interviewen, aber leider war er nicht da. Die andere waren irritiert und wussten nicht, was sie mit uns machen sollten. Deshalb, nachdem wir uns vorgestellt hatten, kam die Idee auf, mich zu interviewen. Sie sagten, dass ich nach so kurzer Zeit in Deutschland schon gut Deutsch könne. Das war sehr spontan und unerwartet!

Am Abend hatten wir Team-Treffen, wo wir alle ein feedback gegeben haben: Was war gut, was war nicht gut und was wünschen wir uns? Alle wünschten sich einen Arbeitsraum mit Fenstern. Denn dort, wo wir gearbeitet hatten, gab es keine.

Mit der Hoffnung, dass wir uns alle nochmal beim nächsten Workshop in Berlin treffen werden, haben wir uns verabschiedet. Nach diesen schönen drei Tagen, an denen wir viel gelernt und Spaß gehabt haben, wollten wir alle nochmal zusammenarbeiten.

Unser Dank und unsere hohe Achtung gilt der Yalla Media Akademie, weil sie uns die Chance gegeben hat, eine so tolle Erfahrung zu machen.

Dieser Artikel wurde im Schreibtandem mit Tilla Lingenberg geschrieben. 

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