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Weil kohero vielfältige Perspektiven sichtbar macht

Über 25 % der Menschen in Deutschland haben einen „Migrationshintergrund“ – ihre Perspektiven und Meinungen in die Öffentlichkeit zu bringen, ist koheros Mission. Während andere deutsche Medien nur davon sprechen, diverser werden zu wollen, tun wir was dafür. Das kostet Aufwand, Zeit und Geld. Uns ist es das wert – dir auch?

Fotograf*in: Tim Hoppe

Hallo liebe*r Leser*in,

unsere Mission ist in Gefahr! Bis zum 1.7. brauchen wir 1.000 Memberships – bist du dabei?

Ganz ehrlich: Als ich vor ungefähr 4 Jahren zu kohero gekommen bin, habe ich nicht verstanden, wie wichtig kohero und unsere Mission ist. Damals war ich in der Journalismus-Ausbildung und dachte mir, dass ich mein erlerntes Wissen aus dieser Ausbildung an meine*n Schreibpartner*in weitergeben könnte. Ich erinnere mich noch sehr genau an mein erstes Gespräch mit Hussam und dass er mich an diesem Tag –  wie gesagt, ich wollte eigentlich nur im Schreibtandem unterstützen – direkt in die Redaktion geholt hat. So arbeitete ich eine Weile ehrenamtlich bei kohero, schrieb ein paar Artikel und unterstützte meine Schreibpartnerin im Tandem bei ihren Texten. Von ihr habe ich inzwischen deutlich mehr gelernt, als sie von mir. Aber dazu später etwas mehr.

Ungefähr 1.000 redigierte Texte, 3 Journalismuskonferenzen, 20 Workshops, unzählige Gespräche mit Kolleg*innen und ein ¾-Journalismus-Masterstudium später bin ich überzeugt, dass es Medien wie kohero braucht, um Demokratie zu schützen. Um Journalismus zu machen, der relevant für alle Bürger*innen ist und einen öffentlichen Diskurs zu haben, in den vielfältige Perspektiven einbezogen werden. 

Und das ist, wenn du dir das aktuelle politische Geschehen und die stärker werdenden rechten und rechtsextremen Gruppen anschaust, so wichtig wie nie zuvor. Journalismus und die Demokratie sind eng verwoben, das hat man zuletzt nach der Correctiv-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” gemerkt. Als das Magazin das geheime Treffen von Rechtsextremen und ihren Vertreibungsplänen aufgedeckt hat, haben Hunderttausende für die Demokratie demonstriert.

Das ist gut und richtig, doch wenn es keine Medien gibt, die Betroffene selbst zu Wort kommen lassen und ihre vielfältigen Erfahrungen auf homogene Vermutungen reduziert werden, verfehlen wir als journalistische Medien unseren Sinn und Zweck. In unserer Gesellschaft ist es unerlässlich, ALLE Stimmen zu hören, um ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen unserer Zeit zu entwickeln. Um wirklich repräsentativ zu sein, muss Journalismus alle Facetten unserer Gesellschaft erfassen – und das schließt migrantische Stimmen ein.

 Über 25 % der Menschen in Deutschland haben einen sogenannten Migrationshintergrund – ihre Perspektiven und Meinungen in die Öffentlichkeit zu bringen, ist koheros Mission. Weil uns das so wichtig ist, sind wir für alle Menschen, die diese Geschichten teilen wollen, zugänglich. Während andere deutsche Medien nur davon sprechen, diverser werden zu wollen, tun wir was dafür: 

Wir beschäftigen Praktikant*innen und Autor*innen, die überwiegend noch nie professionell im Journalismus gearbeitet haben. Um trotzdem unseren Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, geben wir Workshops und coachen sie. 

Im Schreibtandem arbeiten Teams aus migrantischen Menschen und solchen, die Deutsch als Muttersprache oder sehr gut sprechen, zusammen. So ist es auch Menschen ohne perfekte Deutschkenntnisse möglich, ihre wichtigen Perspektiven in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Im Schreibtandem zeigt sich außerdem, welche Chance ein Miteinander auf Augenhöhe birgt und wie viel wir voneinander (!) lernen können. 

Durch kohero habe ich gelernt, wie vielfältig migrantische Geschichten sind. Dass Herausforderungen und Diskriminierungen in Deutschland existieren, die ich als Mensch ohne eigene Migrationserfahrung nicht geahnt hätte. Ohne kohero hätte ich mich nie so intensiv mit meiner eigenen Familienhistorie und ihrer Gastarbeitsgeschichte auseinandergesetzt. Wir alle können noch so viel von anderen koheroes und ihren Geschichten lernen – egal ob selbst migriert, geflüchtet oder in Deutschland geboren.

Aber diese Geschichten sichtbar zu machen, kostet Aufwand, Zeit und Geld – doch das ist es uns wert. Und ich hoffe, dir auch! Mit deinem Membership gewährleistet du, dass weiterhin Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte ihre Perspektiven in einem journalistischen Medium teilen können und fair für ihre Arbeit bezahlt werden. Sei ein koHERO und schließe jetzt eine Membership ab!

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Natalia ist in den Bereichen (Mode-)Journalismus und Medienkommunikation ausgebildet und hat einen Bachelor in Management und Kommunikation. Derzeit studiert sie Digitalen Journalismus im Master. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. Sie leitet die Redaktion und das Schreibtandem von kohero.     (Bild: Tim Hoppe, HMS)
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Natalia ist in den Bereichen (Mode-)Journalismus und Medienkommunikation ausgebildet und hat einen Bachelor in Management und Kommunikation. Derzeit studiert sie Digitalen Journalismus im Master. Besonders gerne schreibt sie über (und mit!) Menschen, erzählt deren Lebensgeschichten und kommentiert gesellschaftliche Themen. Sie leitet die Redaktion und das Schreibtandem von kohero.     (Bild: Tim Hoppe, HMS)
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