Nachrichtenüberblick KW 12

Es gibt Neuigkeiten – und zwar so viele, dass man kaum hinterherkommt. Deshalb sammeln wir hier für dich die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Wochen. Diesmal geht es unter anderem um Lehrpläne an deutschen Schulen, schärfere Migrationsgesetze in Großbritannien und eine neue Studie zum Klimawandel, die steigende Migrationswellen voraussagt.

Nachrichtenüberblick KW 12
Fotograf: kohero Magazin

Deutschland

BAMF-Affäre in Bremen: Hauptverhandlung ab Mitte April

Das Gerichtsverfahren wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme bei der Außenstelle Bremen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) startet Mitte April. Verantworten müssen sich die ehemalige Leiterin der Behörde und ein mitangeklagter Rechtsanwalt. Mehr bei Zeit Online.

Brandenburg: Ausbildung statt Abschiebung

Brandenburgs Grüne wollen das Aufenthaltsgesetz zugunsten von Geflüchteten auslegen. Dringend gesucht werden Pflegekräfte und Handwerker*innen in dem ostdeutschen Bundesland. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Heiner Klemp sieht in der Integration von Geflüchteten die Lösung für dieses Problem. Derzeit sind die gesetzlichen Hürden sehr hoch, um Geflüchteten ein Praktikum oder eine Ausbildung zu ermöglichen. Oft werden Geflüchtete abgeschoben bevor sie ihre Ausbildung beenden können. Mehr bei Neues Deutschland.

Studie: Lehrpläne hinken beim Thema Migration hinterher

Die Themen Migration und Integration spiegeln sich laut einer Studie der TU Dresden in Lehrplänen deutscher Schulen nicht angemessen wider. Zentrale Etappen der jüngeren Migrationsgeschichte, wie die Anwerbung von Gastarbeiter*innen, finden nur selten Erwähnung. „Ein Viertel der Menschen in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Diese Vielfalt gehört schon längst zum selbstverständlichen Alltag in den Schulen und Klassenzimmern“, erklärte Bundesintegrationsbeauftragte Anette Widmann-Mauz. Wichtig sei, diese Vielfalt mit all ihren Chancen und Herausforderungen auch im Schulunterricht und in den Lehrmaterialien zu thematisieren. Die Autor*innen der Studie empfehlen unter anderem, Lehrkräfte mit Migrationserbe in die Gestaltung von Lehrplänen einzubinden. Mehr auf Zeit Online.

Studie: Moria ist Ergebnis abgeschobener Verantwortung

Das Elend von Moria ist keine „humanitäre Katastrophe, sondern Ergebnis einer europäischen Politik, die auf der Auslagerung der Verantwortung für Flüchtlinge und Migranten basiert“. Das ist das Fazit einer wissenschaftlichen Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main anlässlich des fünfjährigen Bestehens des EU-Türkei-Deals, wie das Wissenschaftsnetzwerk „Diskurs“ mitteilte. Mehr hier.

 

Europa

Migrations- und Asylpaket der EU: Forderungen nach mehr Schutz für Migrant*innen und Unterstützung für Regionen an der EU-Außengrenze

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) fordert die Institutionen der Europäischen Union auf, die in ihrem Neuen Migrations- und Asylpaket enthaltenen Vorschläge zu überarbeiten. Regionen an den EU-Außengrenzen sollen stärker unterstützt und schutzbedürftige Personen besser geschützt werden. Die Zeit, die Migrant*innen in Aufnahmezentren an den EU-Außengrenzen verbringen, soll ebenfalls verkürzt werden. Mehr hier. Auch EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas hat die EU-Staaten in den Verhandlungen um eine Asylreform zu konkreten Zugeständnissen aufgefordert. Mehr hier.

Großbritannien: Regierung will Migrant*innen in externen Gebieten festhalten

Die britische Regierung will potenzielle Asylbewerber*innen mit scharfen Maßnahmen von einer Einreise ins Vereinigte Königreich abhalten. Das soll abschrecken. Einem Bericht zufolge sollen Migrant*innen in Drittstaaten und externe Gebiete geschickt werden, solange ihre Asylanträge bearbeitet werden. Das Gesetz sieht auch verschärfte Abschiebungen vor. Mehr hier.

 

Situation der Flüchtenden auf dem Mittelmeer

72 Geflüchtete aus Seenot vor französischer Küste gerettet. Mehr hier.

Ocean Viking sucht Hafen für 116 gerettete flüchtende Menschen. Mehr hier.

Italien blockiert das Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 3“ in Sizilien. Mehr hier und hier.

Rund 60 Vermisste nach Schiffsunglück vor Libyens Küste. Mehr hier.

und die Welt

Klimawandel führt zu steigender Migration

Der Nahe Osten und Nordafrika sind Hotspots des Klimawandels. Eine neue Studie erklärt, dass in dieser Region extreme und lebensbedrohliche Hitzewellen auftreten werden, wenn die Signale des Klimawandels weiter ignoriert werden und die globalen Treibhausgas-Emissionen weiter steigen. Außergewöhnliche Hitze wird den Nahen Osten und Nordafrika für große Teile der Bevölkerung unbewohnbar machen und zu Migrationswellen führen. Mehr hier.

USA: Situation der Geflüchteten an der Grenze zu Mexiko

Der neue US-Präsident Joe Biden hat eine humanere Geflüchteten-Politik versprochen. Doch in den Lagern an der Grenze zu Mexiko entfaltet sich eine humanitäre Krise. Wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen, die der ehemalige US-Präsident Donald Trump eingeführt hat, dürfen Migrant*innen nicht in die USA einreisen. Auch zahlreiche Asylsuchende sitzen an der Grenze fest. Mehr hier und hier.

Die gute Nachricht!

Bayern-Profi Davies wird UN-Sonderbotschafter für Geflüchtete

Fußball-Profi Alphonso Davies vom FC Bayern München ist vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zum neuesten Sonderbotschafter ernannt worden. Davies wurde in einem Flüchtlingslager in Ghana als Sohn liberianischer Eltern geboren. Sie waren vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland geflohen. Als Fünfjähriger kam die Familie nach Kanada. Mit 16 debütierte Davies in der kanadischen Nationalmannschaft – als bisher jüngster Spieler. Der 20 Jahre alte Kanadier sagte, die Ernennung erfülle ihn mit Stolz. Er möchte seine Geschichte nutzen, um etwas Positives zu bewirken. Mehr hier.

Luisa hat Kultur der Metropole in Hamburg studiert und beschäftigt sich gern mit politischen Themen, v.a. im Kontext feministischer Diskurse. Bei kohero ist sie seit Januar 2021 und möchte sich hier für einen Dialog zwischen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen einsetzen.
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Luisa hat Kultur der Metropole in Hamburg studiert und beschäftigt sich gern mit politischen Themen, v.a. im Kontext feministischer Diskurse. Bei kohero ist sie seit Januar 2021 und möchte sich hier für einen Dialog zwischen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen einsetzen.

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