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Ihr Kinderlein, kommet

Denke ich an Flüchtlinge, denke ich an die vielen Kinder, die traumatisiert und hilflos sind. Selbstredend sind schon viele davon in Sicherheit und doch frage ich mich, ob diese Sicherheit, unserer westlichen Welt, ihnen wirklich eine neue Heimat sein kann. Ich begegne einigen dieser Kinder, wenn ich meinen Enkel in den Kindergarten bringe oder abhole und jedes Mal versetzt es mir einen Stich ins Herz.  Sie sehen so verdammt traurig aus und selbst, wenn sie lachen, sieht man hinter ihrem Lächeln eine dann doch tiefe emotionale Hilflosigkeit. Darüber nachzudenken, wie wir ihnen wirklich eine neue Heimat sein können und, wie es wirklich um unsere Willkommenskultur bestellt ist, war der Initiator für diesen Artikel.  

Foto: Ben Wicks via Unsplash unter CC BY-SA 3.0-Lizenz.

Markus, ein kleiner Junge aus Kurdistan, sitzt auf dem Schoß seiner Erzieherin im Kindergarten und weint. Eigentlich weint er jeden Tag, zu jedem Anlass und beinah möchte man glauben, auch ohne Grund. Aber dem ist ganz und gar nicht so. Markus weint, weil er weder deutsch spricht, noch verstehen kann, warum er bis späten Mittag im Kindergarten bleiben muss, wo er doch viel lieber zuhause bei seiner Mama wäre.

Ich kenne seine Mutter nicht. Weiß nur, dass die Familie aus Kurdistan flüchten musste und nun ein neues Zuhause in Deutschland gefunden hat. Spricht man ihn an, schaut er einen aus verweinten Augen an. Das lässt niemanden kalt und manchmal muss ich den Drang ihn in den Arm zu nehmen, wenn ich meinen Enkel in den Kindergarten bringe oder abhole, schlichtweg unterdrücken. Ein in-den-Arm-nehmen würde ihm nicht helfen. Es würde seinen Schmerz noch vergrößern.

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„Sprechen Sie Arabisch?“ werde ich oft erstaunt gefragt, wenn ich meine gelernten Arabischkenntnisse mutig anwende. Die zweite Frage lautet…
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