„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen.“ Was Max Frisch 1965 schrieb, zieht sich wie ein roter Faden durch die deutsche Migrationsgeschichte. Von den Gastarbeiter*innen bis zu den Geflüchteten von heute: Willkommen ist, wer gebraucht wird – nicht, wer einfach nur bleibt.
2015 war das Jahr der bunten Plakate, der überfüllten Züge, des Satzes „Wir schaffen das“. Heute dominieren Debatten über Abschottung und Abschiebung. Ein Rückblick auf ein Jahrzehnt voller Widersprüche – und die Frage, was wir erinnern wollen.
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In Köln-Kalk soll ab 2029 ein Ort für Erinnerung, Teilhabe und demokratischen Dialog entstehen. Das partizipative Museumskonzept vom Museum Selma gibt persönlichen Geschichten ein Gesicht – und macht Migration als Teil deutscher Geschichte sichtbar.
Bei der Ruhrbahn kann jede*r Busfahrer*in werden – auch ohne deutsche Sprachkenntnisse. Ein speziell entwickeltes Ausbildungsprogramm beginnt mit einem Sprachkurs und führt Schritt für Schritt über Fahrpraxis und Führerschein zur festen Anstellung.
Hamburg hat vor knapp eineinhalb Jahren als erstes Bundesland die Bezahlkarte für Geflüchtete eingeführt. Die Behörden versprechen sich mit der Guthabenkarte weniger Verwaltungsaufwand – und weniger Migration. Doch es häufen sich Beschwerden.
Eine Sicherheitsanalyse der Bezahlkarte zeigt: Die zugehörigen Apps senden sensible Daten an Facebook und Google – ohne Einwilligung der Nutzer*innen. Die IT-Sicherheitsforscher Tim Philipp Schäfers und Niklas Klee im Interview
Trotz massiver Kritik will Hamburg die Bezahlkarte auf Jugendliche im betreuten Wohnen ausweiten. Dies sei ein gefährlicher sozialpolitischer Testlauf, kommentiert kohero-Autor Noel Urcan.
Chipkarten, Gutscheine, Prepaid-Modelle: Schon in den 1990ern testeten Behörden Alternativen zur Barauszahlung von Leistungen an Geflüchtete. Die neue Bezahlkarte knüpft an alte Ideen an – und steht vor ähnlichen Problemen wie damals.
Eine neue Studie zeigt, dass die syrische Diaspora in Deutschland mittlerweile mehr als nur eine Zufluchtsgemeinschaft ist. Sie ist aktiv und hat eine zunehmend vernetzte zivilgesellschaftliche Kraft – mit Wirkung sowohl in Deutschland als auch in Syrien.
In der Ausstellung „A Dry Mouth“ im Hamburger Frappant e.V. fragen drei Künstlerinnen – Razan Sabbagh, Remi Alkhiami und Laura Mahnke – wie wir einander zuhören und solidarisch handeln können: nicht trotz, sondern gerade wegen unserer unterschiedlichen Perspektiven und Biografien.
Die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka, Hadsch, steht bevor. In dieser Zeit denkt Islamwissenschaftlerin Dr. Zeyneb Sayılgan an die Abschiedspredigt von Prophet Muhammad - und was sie über Rassismus, Sexismus und Kapitalismus verrät.