
Brücken bauen im Dauerfeuer
Am Tag der Deutschen Einheit öffnete Pankows einzige Minarett-Moschee ihre Türen. Doch zwischen Nachbarschaftsfest und Begegnung wiegen die Nachwehen der Berliner Wahl schwer.
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Am Tag der Deutschen Einheit öffnete Pankows einzige Minarett-Moschee ihre Türen. Doch zwischen Nachbarschaftsfest und Begegnung wiegen die Nachwehen der Berliner Wahl schwer.
Nach den jüngsten militärischen Eskalationen zwischen den USA, Israel und dem Iran und der nun vereinbarten Waffenruhe, zeigt sich, dass der Konflikt nicht nur militärisch ausgetragen wird. Jenseits dessen, wird der Islam weiterhin zur ideologischen Projektionsfläche politischer Interessen gemacht

Sozialwissenschaftler Karim Fereidooni forscht zu Rassismus und politischer Bildung. Mit anderen Forschenden hat er 2023 einen Bericht über antimuslimischen Rassismus in Deutschland veröffentlicht. Im Interview spricht Fereidooni über die Erkenntnisse und Folgen dieses Berichts
Acht antimuslimische Vorfälle pro Tag – ein Anstieg um 60 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Zahlen sind alarmierend. Doch während Übergriffe zunehmen, prägen Medien mit Formulierungen wie "Terror für Allah" weiterhin negative Bilder
Muslime haben oft das Gefühl, dass in den Medien zu wenig über muslimfeindliche Übergriffe berichtet wird. Ist das nur ein Gefühl, oder spiegelt das die Realität im öffentlichen Diskurs wieder? BLIQ hat mit verschiedenen Akteuren, die mit diesem Thema sich befassen, gesprochen.
Bringt ein deutsch-deutscher Mann seine Frau um, schreiben Journalisten gerne vom »Familiendrama«. Ist der Täter türkeistämmig wird daraus schnell ein »Ehrenmord«. So oder so ähnlich denken viele Kritiker des Begriffs. Doch stimmt das? Oder ist der »Ehrenmord« mehr als ein Kampfbegriff?
Wenn Muslime oder ihre Einrichtungen Opfer von Straftaten werden, wird häufig der Vorwurf laut, Medien würden zu wenig berichten. Islamkritiker hingegen bemängeln häufig, Muslime würden sich selbst ständig zu Opfern stilisieren.
Der Osten rückt nach rechts. Zu selten kommen in den Medien jene zu Wort, in deren Alltag der Rechtsruck ganz unmittelbar spürbar wird. Wir haben mit vier von ihnen gesprochen und sie gefragt: Wie steht es um die deutsche Einheit in Ostdeutschland?

Am diesem Sonntag wird in Österreich gewählt. Unser Autor hat sich Äußerungen und Wahlprogramme der großen Parteien angeschaut. Er stellt fest: Antimuslimischer Rassismus ist längst salonfähig geworden. Stereotype dominieren den Diskurs.

Kritischen Muslimen wird die Debatte in Deutschland von zwei Seiten verweigert: Von Teilen der Linken und von konservativen Muslimen. Sie wollen den Rassismus im Land nicht bestärken – und spielen genau damit den Rechten in die Hände.

Islamkritik hat in Deutschland Konjunktur. Doch manch ein Kritiker nutzt das Label, um darunter rassistische Thesen zu verbreiten. Dabei lässt sich konstruktive Kritik durchaus von Islamfeindlichkeit abgrenzen.
Denn sie ist das einigende Band, das die Ideologie der Rechten anschlussfähig macht. Von Politikern und Medien wird dieser Zusammenhang bislang meist ignoriert. Dabei haben wir in Deutschland bereits gelernt, wie sich Ressentiments erfolgreich bekämpfen lassen.