Inzwischen sind mehr als elf Monate seit dem brutalen rassistischen Anschlag in Hanau vergangen. Wie jetzt bekannt wurde, könnte ein auf Anordnung der Polizei versperrter Fluchtweg dem Mörder in die Hände gespielt haben. Ein Kommentar zum medialen und politischen Umgang.
Der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau zählte für viele Medienhäuser zurecht zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres 2020. Doch in einem ihrer Jahresrückblicke schafft es das ZDF noch immer nicht, die Tat als das zu benennen, was sie war: ein rassistischer Anschlag.
Im Deutschlandfunk wählten die Hörer:innen den Themenschwerpunkt »Eine Welt 2.0 – Dekolonisiert euch!« . Zeit war es, denn etwa jede:r vierte Deutsche hat eine Migrationsgeschichte. Diese gesellschaftliche Vielfalt spiegelt sich jedoch längst nicht in allen Medien wider.
In Deutschland ist es verboten, Tiere ohne vorherige Betäubung zu schächten. Es sei denn, der oder die Gläubige kann nachweisen, dass es eine zwingend notwendige religiöse Vorschrift ist. Ein Überblick über die Debatte aus islamisch-theologischer Sicht.
Die Österreicherin Natascha Strobl forscht zu den Diskursstrategien der neuen Rechten. Im Interview spricht sie über den Attentäter von Halle und darüber, was Journalisten tun können, um sich nicht zum Werkzeug von Terroristen zu machen.
Ob islamistischer Anschlag, rechtsextremes Attentat oder Amoklauf: Die meisten schweren Gewalttaten werden von Männern begangen. Forscher sagen, das hat auch etwas mit unserer Vorstellung von Männlichkeit zu tun.
Islam und Feminismus: Vielen Muslimen, aber auch vielen Nichtmuslimen, gilt das als Widerspruch. Dabei gibt es inzwischen viele Frauenbewegungen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen - aus dem Islam heraus.
Der Islam gilt oft als politisches Problem, das durch Säkularisierung „behandelt“ werden müsse. Mahmoud Bassiouni widerspricht: Religiöse Überzeugungen gehören in die Öffentlichkeit – nicht als Gefahr, sondern als legitimer Teil demokratischer Vielfalt.
Am diesem Sonntag wird in Österreich gewählt. Unser Autor hat sich Äußerungen und Wahlprogramme der großen Parteien angeschaut. Er stellt fest: Antimuslimischer Rassismus ist längst salonfähig geworden. Stereotype dominieren den Diskurs.
Kritischen Muslimen wird die Debatte in Deutschland von zwei Seiten verweigert: Von Teilen der Linken und von konservativen Muslimen. Sie wollen den Rassismus im Land nicht bestärken – und spielen genau damit den Rechten in die Hände.
Islamkritik hat in Deutschland Konjunktur. Doch manch ein Kritiker nutzt das Label, um darunter rassistische Thesen zu verbreiten. Dabei lässt sich konstruktive Kritik durchaus von Islamfeindlichkeit abgrenzen.
Denn sie ist das einigende Band, das die Ideologie der Rechten anschlussfähig macht. Von Politikern und Medien wird dieser Zusammenhang bislang meist ignoriert. Dabei haben wir in Deutschland bereits gelernt, wie sich Ressentiments erfolgreich bekämpfen lassen.