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# wana: Was hat Trump diese Woche mit dem Iran vor?
- URL: https://www.kohero-magazin.de/was-hat-trump-diese-woche-mit-dem-iran-vor/
- Published: 2026-11-04T05:00:25.000Z
- Updated: 2026-11-04T05:00:25.000Z
- Description: Während die USA über die politische Zukunft von Präsident Donald Trump abstimmen, blickt Westasien mit großer Anspannung auf eine mögliche militärische Eskalation mit dem Iran, die die gesamte Region in Brand setzen könnte.
- Author: Silvana El Sayegh
- Tags: wana update, News

Heute schauen wir in unserem Briefing,wie die politischen Machtkämpfe in Washington und Israel mit der Gefahr einer neuen militärischen Eskalation in Westasien zusammenhängen.

**In diesem Newsletter:**

- Syrien: Vertriebene Kurd\*innen bei Rückkehrversuch angegriffen
- Kandidatin aus den Emiraten für UN-Spitze wegen Sudan-Krieg in der Kritik
- Inhaftierter PKK-Gründer Öcalan nach 27 Jahren auf Gefängnisinsel verlegt
- Ex-Mossad-Chef: Videos aus Iran sollten Sicherheitsdienste unter Druck setzen
- **Zahl der Woche**: 46,7 kg Kokain

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*Du ließt *wana update* mit 434 anderen aus unserer* **„*kohero Community* *. Diese Ausgabe von Mittwoch, dem 4\. November 2026, umfasst rund 1.319 Wörter – und ca. 6 Minuten Lesezeit.***

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**Marhaba,**

letzte Woche erklärte der demokratische US-Senator Chris Murphy, er sei über einen „verrückten“ Plan informiert worden, um den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen. Bei einer Veranstaltung des Middle East Institute in Washington warnte Murphy vor einer „verheerenden Eskalation“ und möglichen schwerwiegenden Folgen für die Rechtsstaatlichkeit.

Diese Angst wurde durch einen [Bericht](https://www.ms.now/news/trump-plans-to-resume-strikes-on-iran-day-after-midterm-elections?ref=kohero-magazin.de) bekräftigt, demzufolge die USA ihre Verbündeten am Golf aufgefordert haben, sich ab heute auf eine mögliche neue Angriffswelle gegen den Iran vorzubereiten. Dem Bericht zufolge sollen die Angriffe kurz, aber intensiv ausfallen. Die Golfstaaten drängen Washington unterdessen auf Deeskalation, da sie iranische Vergeltungsschläge und eine weitere Eskalation in der Region befürchten.

Diese Befürchtungen wurden durch die Behauptungen des rechtskonservativen US-Kommentators Tucker Carlson bekräftigt. Demnach erwäge die Regierung von US-Präsident Donald Trump einen Atomangriff auf die tief unterirdisch gelegene iranische Nuklearanlage Pickaxe Mountain. Carlson warf Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, Trump zu einem solchen Angriff zu drängen. Für diese Behauptungen hat Carlson bislang keine überprüfbaren Beweise vorgelegt.

Klar ist jedoch, dass die Unterstützung Israels durch die USA eine wichtige Rolle im Wahlkampf im USA spielt. Parallel zu den Wahlen kündigte Trump gestern an, die US-Hilfen für Israel nach einer Vereinbarung mit Netanjahu einzustellen. Zur Begründung erklärte er, Israel sei nicht mehr auf diese Unterstützung angewiesen. Die Ankündigung könnte auch als Versuch gewertet werden, israelkritische Wähler\*innen für sich zu gewinnen.

### Israels Unsicherheit nach der Wahlen

Nach einer historisch hohen Wahlbeteiligung der arabischen Bevölkerung und dem Wahlerfolg der arabischen Parteien herrscht in Israel politische Ungewissheit. Noch ist offen, wie die nächste Regierung aussehen wird, denn keiner der beiden jüdischen politischen Blöcke hat eine Mehrheit erreicht. Die arabischen Parteien – die Vereinte Liste und Ra’am – gewannen zusammen 19 Sitze in der Knesset. Eine Beteiligung dieser Parteiein in der Regierung ist aber bisher ausgeschlossen. Bei [Demonstrationen ](https://www.haaretz.com/israel-news/elections/2026-10-31/ty-article/.premium/thousands-rally-across-israel-calling-for-arab-parties-inclusion-in-government/000001a1-9291-d03f-aded-daffb56c0000?ref=kohero-magazin.de)in Tel Aviv forderten tausende eine gemeinsame Regierung unter Beteiligung der "arabischen" Parteien. 

Derzeit stehen drei Szenarien im Raum: Eine gemeinsame Regierung von Benjamin Netanjahu und Gadi Eisenkot, eine Koalition Eisenkots mit "arabischen" Parteien oder Neuwahlen. Eine Zusammenarbeit mit den palästinensischen Abgeordneten in der Knesset ist allerdings an vier Bedingungen Eisenkots geknüpft: Die Parteien müssen Israel als jüdischen Staat anerkennen, sich zur israelischen Unabhängigkeitserklärung bekennen, eine verpflichtende Ableistung von Militär- oder Zivildienst unterstützen und die Hamas als Terrororganisation anerkennen.

Währenddessen verschärft Netanjahu seine Rhetorik gegenüber den "arabischen" Parteien. Er behauptete, deren Wahlerfolg sei durch ausländische Unterstützung zustande gekommen. Der Vorsitzende der israelischen Zentralen Wahlkommission, Richter Noam Sohlberg wies die Vorwürfe zurück.

### Eskalation im Libanon ?

Ob Netanjahu durch einen neuen Krieg seine Niederlage abwenden kann, ist noch offen. Allerdings wurden Militärpläne Israels bekannt, die im Falle einer Reaktion der Hisbollah auf einen möglichen Angriff gegen den Iran eine weitreichende Offensive im Libanon vorsehen. Demnach könnte Israel drei größere Städte im Südlibanon besetzen und die beiden libanesischen Häfen blockieren.

Währenddessen versucht die libanesische Regierung, eine weitere Eskalation zu verhindern, während Israel trotz der geltenden Waffenruhe seine militärischen Aktivitäten im Südlibanon fortsetzt. Innenpolitisch steht die Hisbollah auch unter Druck. In der vergangenen Woche erhob ein Militärgericht Anklage gegen 13 Mitglieder der Hisbollah wegen des Transports von Sprengstoff aus dem Osten des Landes in Richtung Beirut. 

Die libanesische Regierung wirft der Hisbollah vor, vergleichbare Sprengmittel in der Vergangenheit bei Anschlägen auf Politiker\*innen eingesetzt zu haben. Die Miliz räumte ein, dass das beschlagnahmte Material ihr gehöre, erklärte jedoch, es sei für den Einsatz gegen die israelische Besatzung bestimmt gewesen. 

Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun aufgefordert, eine beschlagnahmte Lastwagenladung Sprengstoff nicht an die Hisbollah zurückzugeben. Das berichtet [Axios ](https://www.axios.com/2026/10/15/lebanon-hezbollah-explosives-israel-rubio?ref=kohero-magazin.de)unter Berufung auf einen Vertreter des US-Außenministeriums und eine weitere mit dem Telefonat vertraute Quelle.

**Nun bleibt abzuwarten, ob Trump seine Drohungen gegenüber Iran wahr macht und damit eine weitere Eskalation in der gesamten Region auslöst. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, wie sich die Lage entwickelt.**

Liebe Grüße  
Silvana El Sayegh

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## Empfehlung aus der Redaktion

Der israelische Autor Tomer Dotan-Dreyfus spricht im Interview mit kohero über die Wahlergebnisse in Israel, den linken Zionismus, die deutsche Staatsräson und die Instrumentalisierung von Antisemitismus in Deutschland.

[„Ohne die palästinensischen Parteien wird Netanjahu an der Macht bleiben“Wahlergebnisse in Israel, der linke Zionismus, die Staatsräson und die Instrumentalisierung von Antisemitismus in Deutschland ordnet Autor Tomer Dotan-Dreyfus im Gespräch mit kohero ein.![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/icon/kohero-favicon-2026-2ea249b0-5181-41da-ae5f-a524d1b13044.png)„kohero MagazinSilvana El Sayegh![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/thumbnail/Tomer_Dotan-Dreyfus-_Buchmesse_2025-_Frankfurt_-20251018-P1063299--916488cf-a755-4869-9736-5fe6a62f58f4.jpg)](https://www.kohero-magazin.de/ohne-die-arabischen-parteien-wird-netanjahu-an-der-macht-bleiben/)

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## Kurzüberblick der Region

### **Syrien: Vertriebene Kurd\*innen bei Rückkehrversuch angegriffen**

In der nordsyrischen Stadt Tal Abyad wurden am 26\. Oktober vertriebene Kurd\*innen attackiert, als sie versuchten, ihre Häuser und Grundstücke zurückzufordern. Laut der [Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR)](https://www.syriahr.com/en/387282/?ref=kohero-magazin.de) hatten Dutzende Betroffene Dokumente vorgelegt, um nach jahrelanger Vertreibung ihre Eigentumsansprüche geltend zu machen. Dabei wurden rund 20 Fahrzeuge beschädigt oder in Brand gesetzt. Einige Rückkehrende erhielten zudem Drohungen.

### **Kandidatin aus den Emiraten für UN-Spitze wegen Sudan-Krieg in der Kritik**

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Diplomatin Lana Nusseibeh für das Amt der UN-Generalsekretärin nominiert. Ihre Kandidatur stößt auf scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen und sudanesischen Aktivist\*innen. Sie werfen Nusseibeh vor, die Unterstützung der Emirate für die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im Sudan wiederholt geleugnet zu haben. Auch ihre Verteidigung der emiratischen Politik im Jemen steht in der Kritik. Die Emirate bestreiten, die RSF militärisch zu unterstützen. 

### **Inhaftierter PKK-Gründer Öcalan nach 27 Jahren auf Gefängnisinsel verlegt**

Der seit dem Jahr 1999 inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan wurde in einem neu errichteten Bereich des Gefängnisses auf der türkischen Insel İmralı verlegt. Das bestätigte der kurdische Politiker Mithat Sancar von der DEM-Partei. Öcalan ist damit weiterhin in Haft. Die Verbesserung seiner Haftbedingungen gilt als eine zentrale Forderung der kurdischen Seite im Friedensprozess zwischen der Türkei und der PKK. Sancar forderte Ankara auf, die seit zwei Monaten stockenden Verhandlungen wieder voranzubringen.

### **Ex-Mossad-Chef: Videos aus Iran sollten iranische Sicherheitsdienste unter Druck setzen**

Der ehemalige Mossad-Chef David Barnea erklärte, dass der israelische Geheimdienst während des zwölftägigen Krieges gegen Iran im Juni 2025 gezielt Videos seiner Operationen veröffentlicht habe. Damit habe der Mossad die iranischen Revolutionsgarden verunsichern und zu massenhaften Festnahmen bewegen wollen. Die Strategie sollte es den iranischen Sicherheitsbehörden erschweren, tatsächliche israelische Agent\*innen von unbeteiligten Personen zu unterscheiden. Zugleich sollten die vor Ort eingesetzten Mossad-Agent\*innen geschützt werden.

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## Zahl der Woche

![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/2026/11/Zahl-der-Woche-Banners-1.png)

Libanesische Sicherheitsbehörden haben am internationalen Flughafen Beirut 46,7 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Das ist die größte Sicherstellung dieser Art in der Geschichte des Flughafens. Die Drogen wurden im Gepäck eines syrischen Passagiers entdeckt, der aus Ghana eingereist war. Ministerpräsident Nawaf Salam kündigte an, die Kontrollen an den Land-, See- und Luftgrenzen weiter zu verstärken. 

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## Leserbrief

Am 7\. November verleiht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ihren Freiheitspreis an das iranische Volk. Stellvertretend soll Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Iran, die Auszeichnung entgegennehmen. Die Entscheidung sorgt unter Iraner\*innen in Deutschland für Kontroversen. 

Leserbrief 

****Wer hat die Stiftung dazu bevollmächtigt, ausgerechnet Reza Pahlavi zum symbolischen Repräsentanten eines ganzen Volkes zu machen?**  
  
Die Friedrich-Naumann-Stiftung beruft sich auf Reza Pahlavis Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit. Dabei blendet sie einen entscheidenden Widerspruch aus: In einem Interview erklärte Pahlavi ausdrücklich, er sei stolz auf das Erbe seines Großvaters und seines Vaters.  
  
Doch zu diesem Erbe gehört die brutale Diktatur des Schah-Regimes. Amnesty International dokumentierte im Januar 1979 systematische Folter durch den Geheimdienst SAVAK und die Polizei. Der Bericht [„New Evidence collected of torture in Iran“](https://www.amnesty.org/en/wp-content/uploads/2021/06/nws210011979en.pdf?ref=kohero-magazin.de) stützte sich auf eine Untersuchungsmission und Aussagen von mehr als 60 ehemaligen Gefangenen, Angehörigen und Anwälten.   
  
Wer sich uneingeschränkt mit dem politischen Erbe eines solchen Regimes identifiziert, muss erklären, wie dies mit einem glaubwürdigen Bekenntnis zu Demokratie und Menschenrechten vereinbar sein soll. Es geht nicht um familiäre Schuld, sondern um politische Verantwortung.  
  
Die Verbrechen der Islamischen Republik rechtfertigen keineswegs eine nachträgliche Verklärung der Monarchie. Iran braucht keine Rückkehr zu einer anderen Form autoritärer Herrschaft, sondern einen demokratischen Neuanfang.

**Hussein Yaghobi*

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[![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/2026/09/Banner-Kampagne-1.jpg)](https://www.kohero-magazin.de/membership/#tarife)

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**Dieser Newsletter wurde von Silvana El Sayegh* geschrieben.