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# wana: Ein Krieg wie ein schwarzes Loch
- URL: https://www.kohero-magazin.de/wana-ein-krieg-wie-ein-schwarzes-loch/
- Published: 2026-10-14T04:00:46.000Z
- Updated: 2026-10-14T04:00:46.000Z
- Description: Der Jemen-Krieg droht, sich auf die gesamte Region auszubreiten, wenn andere Länder die Saudi-Koalition unterstützen. Während der Iran durch die Houthis und die Hisbollah Druck ausübt, hat die EU beschlossen, eine Support-Mission nach Beirut zu schicken.
- Author: Silvana El Sayegh
- Tags: wana update, News

**In diesem Newsletter:**

- Bericht: Steigende sexuelle Gewalt und Kinderehen in Gaza
- Westjordanland: Gewalt überschattet die Olivenernte
- Syrien: Empörung nach „Nur Männer“-Regel in Studienfächern
- Türkei: Kommunalpolitiker wechseln zu Erdogans Partei
- 72 Tote im Streit um Gold zwischen Sudan und Ägypten
- **Zahl der Woche**: 139 Menschen

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*Du ließt *wana update* mit 434 anderen aus unserer* **„*kohero Community* *. Diese Ausgabe von Mittwoch, dem 14\. Oktober 2026, umfasst rund 1.538 Wörter – und ca. 6 Minuten Lesezeit.***

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**Marhaba,**

am Samstag gelang es den Houthis erstmals, mit einem Raketenangriff auf den Flughafen von Riad erhebliche Schäden in Saudi-Arabien anzurichten. Laut Reuters wurden dabei mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Der Flughafen musste vorübergehend geschlossen und zahlreiche Flüge umgeleitet werden. Die Saudi-Koalition führt weiterhin tägliche Angriffe gegen ihr Nachbarland durch. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit der erneuten Eskalation des Jemenkriegs am 6\. August bis vor einer Woche mehr als 5.000 Menschen getötet oder verletzt. Rund 22 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die starke Eskalation der pro-iranischen Houthis lässt sich im Rahmen der iranischen Verteidigungsstrategie einordnen. Die iranische Führung geht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump zu einem erneuten Angriff bereit ist. Deshalb verstärkt der Iran die Sicherung seiner Atomanlagen und bereitet die Bevölkerung auf eine mögliche Wiederaufnahme der Kämpfe vor, wie das [*Wall Street Journal*](https://www.wsj.com/world/middle-east/iran-is-fortifying-nuclear-sites-and-rallying-its-people-for-a-return-to-fighting-c4cc3c28?ref=kohero-magazin.de) berichtet. Damit droht sich die ursprünglich als kurze Militäroperation zum Sturz des iranischen Regimes angelegte US-Intervention zu einem regionalen Krieg auszuweiten.

Mittlerweile zeichnet sich eine mögliche Aktivierung des Verteidigungsbündnisses zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan im Rahmen des Mekka-Pakts ab. Wie eine mögliche militärische Beteiligung der Bündnispartner\*innen aussehen könnte, ist noch unklar. Laut [*Reuters*](https://www.reuters.com/world/middle-east/syria-weighs-military-aid-saudi-arabia-amid-yemen-war-sources-say-2026-10-07/?ref=kohero-magazin.de) prüft auch Syrien eine militärische Unterstützung seines engen Verbündeten Saudi-Arabien. 

### Explosion in Nordisrael löst Angst im Libanon aus

Auch an der libanesischen Front wurden die verheerenden Folgen des dreijährigen Krieges Israels im Libanon deutlich: Bis jetzt wurden offiziellen Angaben zufolge fast 9.000 Menschen durch israelische Angriffe getötet und rund 30.000 verletzt. Etwa die Hälfte der Todesopfer sind seit der erneuten Eskalation im März zu beklagen. Die wirtschaftlichen Verluste werden auf 24 Milliarden Euro geschätzt.

Im Libanon herrscht seit einigen Tagen Angst vor einem großen Vergeltungsschlag Israels, nachdem am Montag ein israelischer Schüler bei der **Explosion mutmaßlicher Hisbollah-Munition** aus früheren Raketenangriffen während eines Schulausflugs im Norden Israels getötet wurde. Mehr als ein Dutzend weitere Menschen wurden verletzt, darunter fünf Kinder schwer. Laut [*israelischen Medienberichten*](https://www.timesofisrael.com/student-killed-in-blast-near-lebanon-border-idd-as-9th-grader-elazar-yair-wilensky/?ref=kohero-magazin.de) sollen die Schüler\*innen den Sprengkörper im Wald gefunden und fotografiert haben. Zudem gibt es Berichte über mangelnde Abstimmung zwischen der israelischen Armee und dem Bildungsministerium bei der Organisation des Ausflugs in ein ehemaliges Kampfgebiet.

Auch im Südlibanon starben am Wochenende zwei Landwirte durch nicht explodierte Munition in ihren Olivenhainen. Mehrere Gemeinden an der Grenze zur von Israel kontrollierten „Sicherheitszone” warnten ihre Bewohner*\**innen davor, die Olivenhaine wegen möglicher **Streumunition und Landminen** zu betreten. Dies ist eine zusätzliche Belastung für die Region, deren Bevölkerung im Krieg ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes verloren hat.

### Hisbollah baut ihre Kapazitäten wieder auf

Mittlerweile haben sowohl die syrische als auch die libanesische Armee die Festnahme von Hisbollah-Zellen gemeldet: Die eine wurde im Südwesten Syriens aufgegriffen, die andere bei der Kontrolle eines Lastwagens im Grenzgebiet zu Syrien. Dabei wurden 780 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Unabhängig davon beschlagnahmte die libanesische Armee weitere 200 Kilogramm Sprengstoff, die über die syrische Grenze ins Land geschmuggelt werden sollten. Die Schmuggler flüchteten nach Syrien.

Ein [*Reuters-Bericht*](https://www.reuters.com/world/middle-east/lebanons-hezbollah-gets-200-million-iran-help-displaced-sources-say-2026-10-07/?ref=kohero-magazin.de) zeigt, wie die Hisbollah ihre Kapazitäten trotz des israelischen militärischen Drucks weiter ausbaut. Demnach soll die Organisation rund 200 Millionen US-Dollar aus dem Iran erhalten haben, um vertriebene Familien im Südlibanon finanziell zu unterstützen. Die USA bestreiten allerdings, dass die Gelder tatsächlich geflossen sind.

Laut [*US-Quellen*](https://today.lorientlejour.com/article/1550429/united-states-ready-to-discuss-serious-measures-to-disarm-hezbollah-according-to-al-arabiya.html?ref=kohero-magazin.de), die dem saudischen Sender al-Arabiya Auskunft gaben, prüfen die USA schärfere Maßnahmen gegen mutmaßliche illegale **Finanzierungsnetzwerke der Hisbollah**. Durch internationalen Schmuggel und Falschgeldgeschäfte soll die Organisation monatlich rund 40 Millionen US-Dollar einnehmen. Auch Drogengeschäfte und Gelder aus dem libanesischen Staatsbudget zählen zu ihren Einnahmequellen.

### EU-Support Mission ersetzt UN-Friedensmission

Während konkrete Maßnahmen zur Entwaffnung der Hisbollah weiterhin begrenzt auf erfolgte Festnahmen bleiben, beschloss der Rat der Europäischen Union diese Woche die Einrichtung der **European Union Support Mission in Lebanon** (EUSM Lebanon) mit einer zunächst dreijährigen Laufzeit. Die zivile und militärische Mission soll die libanesische Armee und die inneren Sicherheitskräfte durch Beratung und Ausbildung unterstützen und ein Sicherheitsvakuum nach dem Ende der UNIFIL-Mission zu verhindern. Der konkrete Einsatzbeginn steht noch aus. 

Die Wirksamkeit einer solchen Mission bleibt allerdings ungewiss. Seit dem Jahr 2006 beteiligen sich unter anderem Frankreich, Italien und Deutschland an UNIFIL. Dennoch konnte die internationale Präsenz weder den erneuten Krieg noch die Wiederbewaffnung der Hisbollah verhindern. Eine israelische Militärquelle erklärte gegenüber [*Sky News Arabia*](https://amp.skynewsarabia.com/program/newsroom/1897104-%D9%84%D8%A8%D9%86%D8%A7%D9%86-%D9%88%D8%A5%D8%B3%D8%B1%D8%A7%D8%A6%D9%8A%D9%84-%D8%AA%D8%AD%D8%AF%D9%8A%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D9%86%D8%B3%D8%AD%D8%A7%D8%A8-%D9%88%D8%A7%D9%84%D9%85%D8%B1%D8%AD%D9%84%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%82%D8%A8%D9%84%D8%A9?ref=kohero-magazin.de) diese Woche, dass Israel mit einer **mehrjährigen Besatzung** des Südlibanons rechne und die UN-Mission UNIFIL als "schädlich" betrachtet. Ob die neue EU-Mission Einfluss auf Israels militärische Strategie oder die Aktivitäten der Hisbollah nehmen kann, ist fraglich.

Hinzu kommt der begrenzte Einfluss Europas auf die Friedensverhandlungen. Bereits vor der Eskalation mit dem Iran hatte der bestehende Mechanismus zur Überwachung der Waffenruhe, an dem auch Frankreich beteiligt war, unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump an Bedeutung verloren. Die entscheidenden militärischen und diplomatischen Weichenstellungen liegen weiterhin vor allem bei Israel, den USA und dem Iran.

Liebe Grüße  
Silvana El Sayegh

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## Empfehlung aus der Redaktion

Der Krieg in Gaza beeinflusst auch das Zugehörigkeitsgefühl junger Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Das spiegelt sich in der Debatte um die Wehrpflicht wieder.

[Migrationsgeschichte und Wehrpflicht: Gründe zum Ablehnen„Wenn die AfD regiert, könnte die Gefahr aus Deutschland selbst kommen“, sagt Ilyas. Frida fühlt sich in Deutschland nicht mehr willkommen. Beide lehnen den Wehrdienst ab. Ihre Geschichten verdeutlichen, warum die neue Wehrpflicht bei jungen Menschen mit Migrationsgeschichte auf Widerstand stößt.![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/icon/kohero-favicon-2026-4bd6b78a-35ad-477b-8f60-e92e449ee444.png)„kohero MagazinSilvana El Sayegh![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/thumbnail/Schulstreik_gegen_Wehrpflicht_2025-12-05_in_Tu--bingen_10-0604b28c-d1b9-4872-9c4d-9f0687e81e62.jpg)](https://www.kohero-magazin.de/migrationsgeschichte-und-wehrpflicht-grunde-zum-ablehnen/)

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## Kurzüberblick der Region

### Bericht: Steigende sexuelle Gewalt und Kinderehen in Gaza

Die Zahl der gemeldeten Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt im Gazastreifen ist in der ersten Jahreshälfte 2026 um 60 Prozent gestiegen. Das geht aus einem neuen Bericht des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) hervor. Besonders alarmierend ist der Anstieg der gemeldeten Zwangs- und Kinderehen um 123 Prozent zwischen Januar und Juni. Angesichts von Hunger, Armut, fehlendem Einkommen und geschlossenen Schulen sehen sich immer mehr Familien gezwungen, ihre minderjährigen Töchter zu verheiraten. Dadurch nimmt auch die Zahl der Schwangerschaften bei Jugendlichen zu, die mit erhöhten gesundheitlichen Risiken für Mütter und Neugeborene verbunden sind.

### Westjordanland: Gewalt überschattet die Olivenernte

![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/2026/10/Olive_trees_in_the_summer_in_a_town_near_Jenin-1.jpg)

Olivenhain neben Jenin- Westjordanland- von Rawan.nassrallah - [Wikimedia](https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35100449&ref=kohero-magazin.de)

Angriffe israelischer Siedler und Einschränkungen durch die israelische Armee erschweren den Zugang zur Olivenernte im Westjordanland. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA hinderten israelische Soldaten am Montag Landwirt\*innen in Turmus Ayya nördlich von Ramallah daran, ihre Oliven zu ernten. Allein am vergangenen Freitag registrierten die palästinensichen Behörden 19 Angriffe israelischer Siedler auf Landwirt\*innen und deren Eigentum. Bereits im August waren nach Angaben der Kommission 21.508 Bäume von Angriffen durch israelische Soldaten und Siedler betroffen, darunter 19.375 Olivenbäume.

### Syrien: Empörung nach „Nur Männer“-Regel in Studienfächern

Neue Zulassungsregeln an syrischen Hochschulen sorgen für Kritik. Das Ministerium für Hochschulbildung hat für das Studienjahr 2026/2027 mehrere Studiengänge ausschließlich Männern vorbehalten. Betroffen sind neben militärischen und sicherheitsbezogenen Fächern auch zivile Studienangebote, darunter Rechts- und Sozialwissenschaften, Wirtschaft, Erdöl- und Gastechnik sowie Hörfunk- und Fernsehregie an bestimmten Hochschulen und Instituten. Frauenrechtsorganisationen und Aktivist\*innen kritisieren die Einschränkungen als Diskriminierung.

### Türkei: Kommunalpolitiker wechseln zu Erdogans Partei

In der Türkei wechseln immer mehr Kommunalpolitiker\*innen von der Opposition zur Regierungspartei AKP. Zuletzt trat Cemil Tugay, Bürgermeister von Izmir, der Partei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei. Mit seinem Wechsel übernimmt die AKP erstmals das Bürgermeisteramt der drittgrößten türkischen Stadt, die seit Jahrzehnten als Hochburg der säkularen Opposition gilt. Der Parteiwechsel erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden Drucks auf die Opposition. Dutzende Bürgermeister\*innen wurden wegen angeblichen Korruptionsvorwürfen festgenommen. 

### 72 Tote im Streit um Gold zwischen Sudan und Ägypten

Bei einem Luftangriff auf eine Goldmine im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Sudan und Ägypten sind mindestens 72 Arbeiter\*innen ums Leben gekommen. Die sudanesische Menschenrechtsorganisation Emergency Lawyers wirft dem ägyptischen Militär vor, den Angriff in der Bergregion Dschabal al-Uqaydat durchgeführt zu haben. Es ist bereits der zweite Angriff auf Goldminen im umstrittenen Grenzstreit: Sowohl Sudan als auch Ägypten beanspruchen das rohstoffreiche Hala'ib-Dreieck für sich. Das Gebiet wird derzeit von Ägypten kontrolliert.

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## Zahl der Woche

![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/2026/10/Zahl-der-Woche-migra-news-2.png)

139 Menschen sind bei einem Bootsunglück auf dem Weg in den Jemen ums Leben gekommen. Weitere 84 Menschen werden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Meer vermisst. Seit Beginn der jüngsten Kriegsausweitungen wird auch eine Fluchtbewegung aus dem Jemen in Richtung Dschibuti beobachtet. Jahrelang verlief die Migrationsroute vor allem in die entgegengesetzte Richtung: Vom Horn von Afrika über den Jemen in die Golfstaaten. Über diese lebensgefährlichen Fluchtrouten haben wir [bereits berichtet](https://www.kohero-magazin.de/wana-warum-der-krieg-im-jemen-uns-betrifft/).

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[![](https://www.kohero-magazin.de/content/images/2026/09/Banner-Kampagne-1.jpg)](https://www.kohero-magazin.de/membership/#tarife)

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**Dieser Newsletter wurde von Silvana El Sayegh* geschrieben.