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Leiden und Hoffnung

kohero-Autorin Behishta teilt ihre Gedanken zum Thema Glauben, Leiden und Hoffnung.

fliegende weiße Taube

Gott hat das Leiden geschaffen, damit die Freude durch ihr Gegenteil zum Vorschein kommt; verlieren wir angesichts eines Problems die Hoffnung und wir scheitern, dann werden wir ängstlich. Wir fühlen uns wertlos, nichts funktioniert für uns, wir fangen an, uns zu beschweren, uns selbst zu hassen, die Welt zu hassen, auch das Leben, das wir führen, ohne zu wissen, dass im Dunkeln, mitten im Schmerz, den wir haben, eine Hoffnung auf uns wartet.

Das Problem ist, dass wir so tief in unserem Schmerz versinken und uns auf die Dinge konzentrieren, die wir nicht haben. Wir verbringen unser Leben damit, uns zu beschweren, undankbar zu sein und uns mit anderen zuvergleichen, anstatt die Schönheit zu sehen, die wir haben. Wir sehen nicht die Chancen, die vor uns liegen.

Die Menschen wissen nicht, dass es kein besseres Leben gibt als das Leben, das sie führen. Lasst uns einfach die Schönheit sehen, die wir haben, lasst uns einfach das Leben leben, das Gott uns gegeben hat. Wir sollten in der Gegenwart leben und uns auf die Dinge konzentrieren, die wir haben, statt auf die Dinge, die wir nicht haben. Lasst uns einfach an diesen Satz glauben: Im Dunkeln wartet eine Hoffnung auf uns.

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Behishta, 19, kommt aus Afghanistan und lebt seit einem Jahr in Hamburg. Bei kohero erzählt sie ihre persönliche Geschichte.

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Edy Tavares Moniz. @Alejandra Gutierrez

„Mit meiner Kamera entdecke ich die Welt“

„Mit meiner Kamera entdecke ich die Welt“ Sein Traum ist es, sich in Hamburg einen Namen als professioneller Fotograf zu machen und später ein eigenes Studio zu eröffnen. In dem folgenden Interview erklärt Edy Tavares Moniz, warum ihm die analoge Fotografie so gefällt, welches seine Lieblingsmotive sind und wann er damit begonnen hat, seinen Traum nach und nach zu verwirklichen. Woher kommen Sie? Ich komme von der kleinen Insel Kap Verde im Süden Afrikas. Sie war bis 1975 eine portugiesische Kolonie, danach wurde sie unabhängig. Die offizielle Sprache ist aber immer noch portugiesisch. Darüber hinaus sprechen wir dort Kreol, eine sehr alte Sprache. Oft vermischen wir die beiden Sprachen. Wann haben Sie Kap Verde verlassen? Im Jahr 2004 bin ich von dort weggegangen, zunächst nach Brasilien, wo ich Informatik studiert habe. Das Studium habe ich mit dem Bachelor abgeschlossen, später arbeitete ich einige Jahre für verschiedene Firmen als System Administrator. Danach bin ich für ein paar Monate in die USA gezogen, nach Boston genauer gesagt. Ich wollte in dieser Stadt Fotografie studieren, doch das wäre viel zu teuer geworden, denn aufgrund meines Studentenvisums hätte ich nicht genug arbeiten können, um alle Rechnungen zu begleichen. Ich beschloss, zunächst zurück nach Kap Verde zu gehen, wenigsten für ein halbes Jahr. Ich bekam jedoch die Idee, ein professioneller Fotograf zu werden, nicht aus meinem Kopf. Zu dieser Zeit lebte meine Freundin in Mexiko, wir hatten eine Fernbeziehung, sahen uns nur einige wenige Male im ganzen Jahr. Also entschieden wir uns, gemeinsam in Mexiko zu leben. Ich ergriff dann die Möglichkeit, dort Fotografie zu studieren. Was war Inhalt dieses Studiums? Insgesamt habe ich zweieinhalb Jahre studiert. Am Anfang lag der Fokus auf der analogen Fotografie. Wenn man eine analoge Kamera benutzt, ist man gewissermaßen gezwungen, das Bild vor seinem inneren Auge zu sehen, bevor

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Ich werde mein Damaskus immer in meinem Herzen tragen

13 Jahre habe ich in Damaskus als Physiotherapeutin gearbeitet und parallel dazu schrieb ich für verschiedene Zeitungen und Magazine kurze Geschichten und freie Gedichte. Außerdem wurde ich zu literarischen Veranstaltungen in Damaskus eingeladen. Von daher würde ich auch hier gerne literarischen Erfolg haben und natürlich einen kleinen Job finden. Von Kunst allein kann man ja nicht leben. Ich warte auf die Anerkennung meiner Physiotherapiezeugnisse.  Das wird in Düsseldorf entschieden. Im Februar kann ich vielleicht einen Minijob bekommen. Ich wünsche mir kurzfristig, mit meinen Worten viele Menschen zu erreichen, auf großer Bühne auftreten zu können und mein deutsches Buch 2018 zu veröffentlichen. Integration bedeutet für mich, meinen arabischen Kaffee, den ich stets am liebsten trinke, mit meinem deutschen Bekanntenkreis zu trinken. Integration würde für mich auch bedeuten, dass ich und meine Kinder nicht am Rand der deutschen Gesellschaft leben, sondern im Herzen dieser Gesellschaft. Langsam ernte ich, was uns Freude und Hoffnung gibt Deutschland bedeutet für mich die Chance zum Überleben. Nach all unseren aus dem Krieg mitgebrachten Erlebnissen möchte ich die Gelegenheit nutzen und so gut wie möglich versuchen, das neue Leben zu genießen. Als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern habe ich häufig Zeitdruck. Das liegt sowohl an meiner Rolle als Mutter als auch an meinen hohen Ansprüchen. Allerdings muss ich mich manchmal teilen, um unseren Alltag gut zu erledigen. Doch mit der Zeit fange ich langsam an zu ernten, was uns Freude und Hoffnung gibt. Ein neuer Aufbruch in einem fremden Land ist nicht einfach. Aber meine Zielstrebigkeit hat mir in vielen schwierigen Situationen bisher geholfen und wird mir auch weiterhin helfen. Recht mühsam organisiere ich meine Zeit:  Ich kümmere mich um meine Kinder und die Schule, erweitere meine Sprachkenntnisse und schreibe. Das bedeutet, dass ich spätabends noch lerne und schreibe und manchmal sogar unterwegs in der Bahn. Das Schreiben

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Ein Farbenwirbel auf dunklem Uuntergrund

Die Sehnsucht nach Chaos

Nicht alles soll so aufgeräumt sein, wie wir es uns wünschen!!! Perfekt gibt mir seit Jahren… Wenn nicht alles genau so ist, wie ich es will, mache ich es nicht. Ich kann nicht nicht tun, was ich will, also stehe ich hinter Details, die nicht gesehen werden, und deshalb kann nur ich sehen, und ich fühle mich sehr wohl. Was uns am meisten dazu verleitet, in die Vergangenheit zurückzukehren, ist das Chaos und die Befriedigung ihrer Existenz. Das Chaos der Gefühle und der Adoleszenz, das Chaos, zurück ins Elternhaus zu gehen und die Schultasche an die Decke zu werfen und sich zu langweilen. Das Chaos der Verwöhnung, das Chaos der Art und Weise, wie wir behandelt werden, das Chaos unserer Reaktionen. Das Chaos von Illusion und Traum, es gibt keinen Zensor, keinen Abrechner… Es gibt jetzt keine Macht mehr, wenn ich zurück kehrte, um das Gesicht meiner Mutter zu sehen, in dem ich all die Gedichte der Freude, Liebe und Traurigkeit lesen kann, die darin geschrieben stehen. Ich werde mein ganzes Chaos in ihren Händen lassen, und ich werde sie bitten, es nicht zu arrangieren, und ich denke, sie wird es nicht tun, sie vermisst auch das Chaos, das sie mir hinterlassen hat. Ich werde in der Nähmaschine meiner Mutter nach der Armbanduhr suchen, derjenigen, die nicht weggeworfen wurde, weil sie selten und original ist und nur eine Batterie benötigt, ihr Typ ist mit der Großmut der Araber verloren gegangen. Und überlappende Fäden und Knöpfe, die ich aus dem Hemd von jemandem trennte, eine Schere und ein Bild von mir, das ich für Gerechtigkeit für ein Verbrechen suchte, das ich nicht begangen habe, und in der Bibliothek meines Vaters hatten Bücher für Karl Marx den größten Anteil an der Bibliothek, ich schlug sie in meiner Kindheit auf, schrieb am Ende

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Das Soziale Küchenstudio in Hagen

Deutschland ist nicht erst in der jüngsten Vergangenheit ein Land, in dem Menschen aus aller Welt und mit verschiedenen Hintergründen zusammenkommen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen viele Menschen als so genannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland – doch was als temporärer Arbeitseinsatz gedacht war, wurde für viele zur Dauerlösung. Das Miteinander zwischen Deutschen und Zugezogenen scheint leichter, wenn es zumindest ein paar Gemeinsamkeiten gibt. Die unterschiedliche Religion wird von vielen als Hauptgrund gesehen, warum das Miteinander zwischen Deutschen und Türkischstämmigen nicht so gut funktioniert. Regeln für ein Zusammenleben Nun kommen seit 2015 vor allem muslimische Menschen aus den Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und dem Irak nach Deutschland. Das macht vielen Deutschen Angst – und darum muss man vielleicht darüber nachdenken, welche Regeln es geben kann, um ein gutes Zusammenleben in Deutschland aufzubauen. An erster Stelle für mich steht gegenseitiger Respekt zwischen den Menschen, der unbedingt notwendig ist, damit trotz der Unterschiede, die positiv zu Dialog und Diskussion führen können, auch freundschaftliche Beziehungen aufgebaut werden können. Dann kommt die Ethik, die Art des Umgangs miteinander. Ohne sie kann kein Vertrauen zwischen Bürgern und Neubürgern hier in Deutschland aufgebaut werden kann, und ohne Vertrauen kann sich kein gemeinsames Leben etablieren. Für mich müssen Menschen unbedingt ihre Rechte und Pflichten kennen. Meiner Meinung nach gibt es keinen Sinn für ein gemeinsames Leben ohne die Zusammenarbeit aller beteiligten Menschen, um gemeinsame Interessen für das Wohl der Menschheit zu erreichen. Ich halte gemeinsames Leben für durchaus möglich, wenn sich beide Seiten, alteingesessene und neue Bürger verpflichten, nach diesen Regeln zu leben. Ein neues Land und viele Fragen Als ich nach Deutschland kam, stellte ich mir viele Fragen: Wie kann man sich selbst und die eigene Herkunftsgesellschaft in dieser neuen Realität angemessen repräsentieren? Wie kann man ein verständliches Bild der eigenen Kultur, der vielleicht

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Behishta, 19, kommt aus Afghanistan und lebt seit einem Jahr in Hamburg. Bei kohero erzählt sie ihre persönliche Geschichte.

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