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Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau

Am 19. Februar 2023 jährte sich zum dritten Mal der rassistische Anschlag in der hessischen Stadt Hanau, bei dem 10 Menschen getötet wurden. Noch immer gibt es keine vollständige Aufklärung der Tat. Die Hinterbliebenden der Opfer fordern weiterhin Gerechtigkeit, doch werden von Politik und Behörden allein gelassen.

Schneeglöckchen im Regen
Fotograf*in: Jonathan Farber on unsplash
Schneeglöckchen im Regen

Am 19. Februar 2023 jährte sich zum dritten Mal der bewaffnete rassistische Anschlag in der hessischen Stadt Hanau. Dabei wurden 10 Menschen getötet und 5 weitere schwer verletzt.

Nach dem Angriff jagte die deutsche Polizei den 43-jährigen Täter mehrere Stunden, bis sie ihn in seiner Wohnung fanden, nachdem er seine Mutter und dann sich selbst erschossen hatte. Er hinterließ 24 Seiten mit rechtsextremen Meinungen und Verschwörungstheorien.

Natürlich löste der Vorfall eine Debatte über die eigentlichen Ursachen rechtsextremer fremdenfeindlicher Gewalt in Deutschland aus. Obwohl die Tat inzwischen 3 Jahre her ist, wird die Behörde von Bürger*innen und Betroffenen immer noch scharf kritisiert.Es seien nicht genügend Anstrengungen unternommen worden, um die Umstände des Angriffs aufzudecken und sicherzustellen, dass sich solche Gräueltaten nicht wiederholen.

Darüber hinaus gibt es immer noch Gerüchte wie die Vertuschung, den Mangel an Gerechtigkeit, und dass jeder der Bestrafung entgehen wird. Dies liegt vor allem daran, dass der Notausgang eines der beiden Cafés, in denen sich die Tat ereignete, zum Zeitpunkt des Unfalls geschlossen war. Nach einem Gutachten von Forensic Architecture, das in der Sitzung des Untersuchungsausschusses als Video eingespielt wurde, hätte das laut Ermittlungen fünf Menschen vor dem Tod bewahren können. Obwohl es Zeugen dafür gibt, werden die Vorwürfe nicht untersucht. Zudem wurde in einer früheren der Gerichtssitzungen auf diese Vorwürfe reagiert, es sei ungewiss, ob die Menschen wirklich zum Notausgang geeilt wären, wenn dieser zu diesem Zeitpunkt geöffnet gewesen wäre. Viele Fragen sind weiterhin offen. 

Es muss politische Verantwortung übernommen werden

Bisher haben insgesamt 42 Angehörige der Opfer Entschädigungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro vom Bund erhalten. Außerdem waren mehrere Gedenkveranstaltungen am 19. Feb 2023 in und um Hanau geplant, die im Namen der Stadt und des Landes Hessen an die Opfer  erinnern sollen. Dies war in Anwesenheit des ernannten Beauftragten der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen von terroristischen und extremistischen Straftaten im Inland, Pascal Kober,  der Bundesinnenministerin Nancy Visser und des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rein.

Wichtig ist es, nicht zu vergeben und nicht zu vergessen, da die Tat nach so vielen Jahren noch immer nicht aufgeklärt wurde. Es muss politische Verantwortung übernommen werden.

 

„Erinnern heißt verändern.“

 

Gökhan Gültekin

Sedat Gürbüz

Said Nesar Hashemi

Mercedes Kierpacz

Hamza Kurtović

Vili Viorel Păun

Fatih Saraçoğlu

Ferhat Unvar

Kaloyan Velkov

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Youmna Tarek
Aufgrund ihrer Leidenschaft für Sprachen und Kulturen hat Youmna Germanistik studiert. Dann beschäftigte sie sich seit dem Abschluss als Redakteurin und Übersetzerin in Arabisch und Deutsch mit Themen: Migration, Integration und Geflüchtete.

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